41, Regent's Park Road, N. W.
London, 29. Dez. 94
Mein liebes Löhr,
Dank für Deine Mitteilungen vom 23. über die Allemanisten und ihre Differenzen – das bringt mich wieder auf das laufende, was die personalia der Pariser Bewegung angeht. Ich hoffe, daß das ganze Gespann der Allemanisten bald erledigt sein wird und die Anständigen unter ihnen sich unseren Freunden anschließen werden, die, wenn sie geduldig abwarten, die beste Aussicht zu haben scheinen, allmählich alle übrigen zu absorbieren.1
Mögen die neuen Tageszeitungen gedeihen und bald eine Pariser Tageszeitung hervorbringen!
Was das Vorwort zu dem französischen „Manifest“ angeht, so wäre mein Vorschlag, daß Du gewissermaßen aus den vier deutschen Vorworten ein Vorwort zusammenstellst, worin über das Schicksal des Werks soviel ausgesagt wird, wie für Eure Leser von Interesse sein könnte, und mir dann das Ms. für die von mir vorzuschlagenden Zusätze schickst (ich habe gerade eine armenische Übersetzung erhalten2), dem ich vielleicht einige Worte in meinem eigenen Namen hinzufügen kann; was meinst Du, könnte die Schwierigkeit nicht so gelöst werden3)
Letzten Sonntag sandte mir Tussy, die in Manchester ist, Deinen Brief an sie über Bd. IV. Ich bin durchaus bereit und werde mich freuen, ihr zu helfen, wenn sie es auf sich nehmen will, das Originalmanuskript abzuschreiben.
Was Du über Mohrs Papiere schreibst und was im Falle meines Todes mit ihnen geschehen soll, so liegen die Dinge ganz einfach. Alle diese Sachen verwahre ich für Euch, das weißt Du; und infolgedessen werden sie bei meinem Tode an Euch zurückgehen. In dem Testament, das ich gemacht habe (als Sam Moore das vorletzte Mal hier war), gibt es keine besondere Verfügung, aber in den Instruktionen für meine Testamentsvollstrecker, die dabeiliegen, gibt es eine ausdrückliche Anweisung an sie, alle Ms. in Mohrs Handschrift sowie alle an ihn gerichteten Briefe Tussy als dem Verwalter des Testaments auszuhändigen, mit einer Ausnahme: meine eigene Korrespondenz mit ihm.3 Und da Tussy hierüber einige Zweifel zu haben scheint, werde ich, sobald Sam M[ore] im Sommer zurückkommt, ihn bitten, ein neues Testament aufzusetzen, in dem dies deutlich und unmißverständlich erklärt wird.4 Wenn Du irgendeinen anderen Wunsch hast, laß es mich bitte wissen.
Adler schreibt über Pauls Korrespondenz für die tägliche „Arbeiter-Zeitung“5: „Was Lafargue anlangt, so habe ich nichts gegen französische Korrespondenzen, ich werde viel übersetzen müssen. Natürlich wird Frankel regelmäßig schreiben – Lafargue ist ein Korrespondent, wie ich es für den „Vorwärts“ bin, selten, aber dann lang. Nun wäre mir ja mit seinen geistsprühenden Artikeln sehr gedient, wenn ich nicht fürchtete, daß er mir dieselben schickt, wie an „V[or]w[är]ts“ und „Echo“6. – Kannst Du arrangieren, daß er mir etwa zweimal im Monat oder bei besondern Anlässen schreibt, so wäre es mir ein großer Gefallen, wir können nur nicht viel zahlen, 20 fr. für den Artikel müßte ihm genügen.“7
Das wär’s. Paul könnte in der freien Woche, wenn er nicht für Berlin schreibt, für Wien schreiben, und zwar über ein anderes allgemeines Thema.
Wir haben in den englischen Zeitungen nichts über G[érault]-Richards Wahl finden können. Ist er en ballotage?8 Deine Zahlen, 1802 Stimmen, sehen nicht sehr ermutigend aus.
In Deutschland werden wir ein arbeitsreiches Jahr haben. Weihnachten haben wir auf das Wohl des Umsturz-Kaisers9 getrunken, vielleicht wird er jetzt zufrieden sein.
Immer Dein
F. Engels
Aus dem Englischen.