London, 2. Februar 1861
Lieber Frederick,
Gestern erhielt ich folgenden Zettel von Freiligrath, der die Dinge nicht angenehmer macht. Du mußt mir nun umgehend schreiben, was ich tun soll?1
Ich bin in der Tat so von allen Seiten gebother2, daß ich nicht weiß, wo mir der Kopf steht, und dabei noch die Unannehmlichkeit, Dich mit all den petites misères ennuyieren3 zu müssen.
Dem Dana, der juristisch unbedingt wrong4 ist, habe ich geschrieben, ohne viel Aussicht auf Erfolg.5 Die Burschen wissen, daß man sie braucht und daß sie ihrerseits einen in diesem Augenblick nicht brauchen.
Du wolltest mir die „Nazione" – gewisse Mazzini-Briefe zuschicken? Vergessen? Du erhältst dieser Tage von mir die konfiszierte Nummer des „Courrier du Dimanche".
Bucher behauptet – läßt mir durch Borkheim sagen –, daß seine Besprechung noch in der „Allg[emeinen] Z[eitung]" erscheinen wird. Du siehst wohl, wie lumpacius Blind seinen Namen sooft als möglich als homme d'état6 ans Publikum bringt.
Die Sau-Büchergeschichte hat mich alles in allem über 4 £ gekostet. Welch sonderbares Geschick diese library7 hat!
Von Siebel nichts gehört? Die Verbindungen desselben scheinen doch äußerst gering.
Salut.
Dein
K.M.
Thimm erzählte Petsch vor ein paar Tagen, daß besonders bösartig über „Herr Vogt" in Manchester geschimpft werde. Braß hat sich neue Lettern gießen lassen, expreß zu seinem Spezialvergnügen, um „Herr Vogt" noch auffälliger anzeigen zu können. Ist es bei den vielen Schweizern in Manchester nicht möglich, wenigstens 1 copy der „Grenzpost" dort unterzubringen?