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Engels an Laura Lafargue
in Paris

48, Marine Parade, Worthing
Aug. 6./84

Meine liebe Laura,

Da wären wir also angelangt, und hier auch unsere Adresse des so primitiven Logis, wie man es in einem englischen Seebad schlimmer nicht finden kann –, die ersten Zimmer, die wir gemietet hatten, mußten wir wieder räumen, weil die alte Dame das Rauchen untersagte!!

Bisher noch kein Lagerbier, aber Percy treibt in Brighton welches auf – sowie es da ist, werde ich versuchen, Leroy-B[eaulieu] zu verdauen1; es ist eine Gluthitze, aber eine schöne kontinentale Hitze mit einer Brise vom Meer; der Kanal ist direkt vor unserer Nase, aber bei Ebbe rückt er ungefähr 1/4 Meile in die Ferne. Pumps und Nim kommen gerade wegen Bier herein: sie sagen, es sei so heiß, daß sie es draußen nicht länger aushalten können, und im Haus ist es tatsächlich kühler.

Nun werden nach alldem ces pauvres parisiens2 am Ende doch von der Cholera verschont bleiben! Welche Schmach nach all ihren Vorbereitungen.

Nim sagt eben, sie hoffe, am 31. Juli bei der großen Ziehung in Paris ein Vermögen gewonnen zu haben. Wenn das wahr ist, dann mußt Du sofort an die Baronin de Demuth unter obiger Adresse telegraphieren, sie möchte dann nämlich mit einem großartigen Schmaus aufwarten.

Ich bin faul und habe doch so viele Briefe zu schreiben! Daher erwarte ich gute Nachricht von Paul, mit anderen Worten, daß der große Leroy-B[eaulieu] es nicht so eilig hat, seine Prügel einzustecken.

Jedenfalls muß ich beneficium caloris3 genießen und schließe.

Die ganze Gesellschaft sendet Dir jede Menge Grüße und ich ditto.

In Zuneigung Dein
F. E.

Aus dem Englischen.