198
Engels an Johann Philipp Becker
in Genf

Ramsgate, 17. Aug. 1880

Lieber Alter,

Erst heute wird mir Deine Postkarte hieher nachgeschickt, und ich habe sofort eine Postanweisung auf zwei Pfund Sterling, also Fr. 50 und einige Centimen für Dich herausgenommen (und darin meine Londoner Adresse angegeben). Es versteht sich ganz von selbst, daß wir Dich nicht aus dem Hause werfen lassen, während wir hier im Seebad uns neue Gesundheit holen. Du brauchst wegen der paar Groschen gar kein solches Wesen zu machen, dergleichen versteht sich von selbst unter alten Kriegskameraden, die seit vierzig Jahren unter derselben Fahne fechten und auf dieselben Signale hören.

Wir sind alle hier, Marx, seine Frau, seine Töchter nebst Männern und Kindern1, und der Aufenthalt tut namentlich Marx gut, ich hoffe, er wird wieder ganz frisch. Seine Frau ist leider seit längerer Zeit leidend, hält sich aber möglichst munter. Ich werde nächste Woche wieder nach London gehn, aber Marx soll so lange hier bleiben wie irgend möglich.

Apropos, ich soll Dir noch sagen, daß wegen der Briefe ein großer Irrtum herrscht. Marx hat nie Briefe von Dir aufzuheben gehabt, wohl aber Borkheim sollte welche von Dir haben, und Du hast Marx, noch als Frau M[arx] bei Dir in Genf war2, durch sie auffordern lassen, sie sich von B[orkheim] geben zu lassen3. Nun aber behauptet Borkheim, nie welche von Dir erhalten zu haben; so; wie die Sache also eigentlich liegt, ist uns hier unergründlich.

Also hoffe ich, daß Du jetzt wenigstens momentan aus dem ärgsten Pech bist und einige Ruhe erhältst. Besten Gruß von uns allen und besonders von

Deinem
F. Engels