248
Marx an Engels
in Manchester

[London] 27.Jan. 1870

Dear Fred,

Ich bin immer noch under treatment1 und Stubenarrest. Die Sache war etwas kompliziert durch kleine Karbunkel in der Nähe des Abszesses, der beinah eigroß war. Aber in a few days all will be quite right2.

Sonderbar, wie die Ärzte verschiedner Ansicht. Dr. Maddison, der in Edinburgh in einem Hautkrankenhospital angestellt war und diese Branche auch jetzt noch neben seiner Praxis in einem Londoner Hospital bestellt, sagt, daß sie in beiden Hospitälern ganz gegen Arsenik für Karbunkeln, wohl aber Arsenik für Hautausschlag. Solange ich unter seiner Obhut, was mit dieser Woche endet, nehme ich natürlich seine Medizin. Sobald dies aufhört, werde ich den Arsenik regelmäßig für 3 Monate nehmen, denn il faut en finir3.

Einliegend der angedeutete Zettel von Wilhelm. Wenn Du ihm schreibst, schreib ihm doch (mit Bezug auf den Dir beigelegten Wisch an mich) nebenbei 1., daß, wenn alle Journale so viel vom „18.Brumaire“ sprechen wie seins, nämlich gar nicht, es nicht wunderbar, daß niemand davon hört; 2. daß, wenn (ich halte es für Humbug) die Sache nicht in Leipzig zu haben, man deswegen nicht an mich, sondern an Meißner direkt zu schreiben hat.

Einliegend Brief von Dr. J. Jacoby an Kugelmann und Zettel von K[ugel-mann]. Die Sache hängt so zusammen: K[ugelmann] sah aus Nr. 18 Beiblatt der „Zukunft“ (22.Januar) speech4 von Jacoby, worin dieser sich zum Sozialismus bekennt, und im Hauptblatt derselben Nummer die Geschichte des Meetings, worin das stattfand, worin Schweitzer durch seine Knüppelgarde sich der Präsidentschaft bemächtigt und nach Ende von J[acoby]s Rede ihm u. a. vorwirft, daß er mir Ausführungen entlehnt habe. Darauf schreibt Kugelmann sofort mit gewohntem Eifer an Jacoby, gratuliert ihm und wäscht ihm zugleich den Kopf, daß er allerlei Leute zitiere, nur grade mich nicht, der ihm den eigentlichen Inhalt geliefert habe. Hence J[acoby]s reply.5

Komisch ist nur, daß J[acoby] – während des Meetings, in Antwort auf Schweitzer – sagt, ich selbst „benutze in meinen Werken unzähligemal die Arbeiten meiner Vorgänger“. Also, weil ich jeden, der auch nur ein Tüpfelchen zur Entwicklung beigetragen hat, gewissenhaft zitiere – daraus folgt, daß J[acoby] die Substanz seines neuen Glaubens von mir nehmen darf, ohne mich zu zitieren. Übrigens bin ich nicht der „Vorgänger“ des 70jährigen Jacoby. Ein bloßer Popularisierer und Verflacher hat keinen „Vorgänger“. Doch mit alledem sehr schön, daß Jacoby wie Arnold Ruge zum Kommunismus bekehrt sind.6 Mit die „Freiheit“ will’s nicht mehr gehn!

Ich schicke Dir die letzte Nummer der „Democratic News“. Das Blatt ist noch nichts wert, aber es gehört unsren Leut’ und kann zum Gegengewicht gegen „Bee-Hive“ gemacht werden, zumal da es nur 1 halfpenny kostet. Du und Moore müßt jeder für 12 copies abonnieren, da auch den Mitgliedern des Generalrats ähnliche Subskription auferlegt ist. Ferner könnte einer von Euch beiden durch mich ganz kurze Berichte über Lancashire etc. wöchentlich oder zweiwöchentlich für das Blättchen schicken.

Salut.

Dein
K.M.