Manchester, 1. Juli 1869
Lieber Mohr,
Hurra! Heute ist's mit dem doux commerce1 am Ende, und ich bin ein freier Mann. Dazu bin ich mit dem teuren Gottfried2 gestern auch in allen Hauptsachen fertig geworden; er hat durchweg nachgegeben. Tussy und ich haben heute morgen meinen ersten freien Tag durch einen langen Spaziergang in die Felder gefeiert. Dazu ist mein Auge bedeutend besser und wird mit einiger Schonung wohl bald ganz auf dem Strumpf sein.
Die Bilanz und die Advokaten werden mich wohl noch einige Wochen etwas in Atem halten, aber das ist doch nicht mehr der viele Zeitverlust wie bisher.
Beesly scheint sich wirklich sehr zu bessern.3 Wenn Du bedenks, wie viel Respekt er noch an dem Abend, als er bei Dir war, vor der englischen Presse hatte.
Inl. Eichhoff zurück. Wilh[elm]4 scheint sich jetzt hinter ihn zu stecken, um Verzeihung zu erlangen. Inzwischen ist ja der Krieg zwischen Schw[eitzer] und Wilh[elm] wieder erklärt und im Allg[emeinen] D[eutschen] A[rbeiter]-V[erein] Rebellion. Aber immer eine gute Zumutung, wir sollen Partei für Wilh[elm] und die Volkspartei ergreifen. Dem Wilh[elm] wäre Lektüre des „Manifests" über die Stellung der Arbeiterpartei zu empfehlen, wenn Lektüre oder sonst etwas hülfe! Ich bin sehr begierig auf den Verlauf dieses Krakeels, der jedenfalls einigen heitern Klatsch liefern wird. Die Schw[eitzer]sche Zumutung an seine Bande, sich wie eine Herde Schafe verscharwen zu lassen, war wirklich kolossal.
Ich setze voraus, daß Du die 2ten Notenhälften am Montag erhalten hast.
Die irischen Members haben sich bei dem Mooreschen Antrag wieder miserabel benommen und Herr Bruce sich wieder heiter blamiert.
Nach Eichh[offs] Mitteilung ist es mir sehr fraglich geworden, ob an Meißner wegen der Popularisierung aus Deinem Buch5 überhaupt zu schreiben ist. Was denkst Du davon? Jedenfalls, wenn 5 Silbergroschen Bücher schon nicht ziehen, so ist 8 à 10 Silbergroschen noch weniger verbreitbar. Hier könnte nur ein Broschürchen von 1–2 Bogen à 21/3 Silbergroschen helfen, und das ist eine Arbeit zu machen, und würde nichts für Meißner sein. Was hältst Du davon? Oder willst Du's für persönliche Absprache vorbehalten, da Du doch jedenfalls Meißner in Deutschland besuchst?
Jenny ist wohl nach der Seeseite mit ihren edlen Monroes?
Beste Grüße von allen an alle.
Dein
F. E.