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Jenny Marx an Karl Friedrich Moritz Elsner
in Breslau

[London, Mitte Juni 1864]
1, Modena Villas, Maitland Park,
Haverstock Hill

Geehrter Herr,
Wir vermuten, daß Sie der Verfasser des schönen Nachrufs sind, der in der „Breslauer Zeitung" über unsern teuren, verewigten Freund W. Wolff erschien.1 Mein Mann möchte gern eine längere Biographie über ihn schreiben; es fehlen ihm dazu aber alle Materialien aus der frühern Lebensepoche unsres Freundes. Sie würden ihn sehr verpflichten, wenn Sie ihm dazu behülflich sein wollten und ihm alles, was Sie namentlich von Wolffs Kinderjahren und seinen frühern Lebenszeiten wissen, so detailliert als möglich mitteilen wollten. Vom Jahre 1845 an haben wir stets in den innigsten Beziehungen zu ihm gestanden. Es handelt sich daher mehr um die frühesten Lebensperioden. Mein Mann, der jetzt wieder von einer lebensgefährlichen und sehr langwierigen Krankheit genesen ist, hat mich beauftragt, Sie, geehrter Herr, als einen alten, treuen Freund des Verewigten, um diese Freundlichkeit zu bitten, und ich hoffe, daß Sie uns bald alles, was Ihnen von unserm lieben, lieben Wolff in der Erinnerung geblieben ist, mitteilen werden.
Sein Sie von meinem Mann und mir herzlich gegrüßt.

Ihre
Jenny Marx
geb. v. Westphalen