[London] 3. Juni 1864
Lieber Frederick,
Einliegend
1. ein Wisch, den mir Esel Kertbény heut unter Kreuzkuvert von Brüssel zuschickt;
2. Ausschnitt aus der „Rhein[ischen] Zeitung" mit Nekrolog von lupus – geschrieben von Elsner, der jetzt einer der Redakteure der „Breslauer Zeitung", woraus die „Rheinische" abgedruckt hat;
3. andrer Ausschnitt aus der „Rhein[ischen] Zeit[ung]", wo ich Dich auf einen Artikel „Der feudale Sozialismus" aufmerksam mache.
4. Brief von einem gewissen Klings aus Solingen an einen gewissen Moll hier. Damit Du diesen Brief verstehst, folgendes: Moll (und außerdem noch ein Kamerad1 desselben) ist ein Solinger Arbeiter, der (nebst ebenbesagtem Kamerad) sich 4monatlicher Gefängnisstrafe (Folge der Lassalleauftritte von vorigem Jahre) entzogen hat. Klings, ditto Arbeiter, ist Bevollmächtigter des Baron Itzig für Solingen.
Die beiden flüchtigen Solinger kamen mich hier besuchen; teilten mir ihren Enthusiasmus für Itzig mit und daß die Arbeiter sich seinem Wagen vorspannten, als er zuletzt in Solingen. Sie nahmen als selbstverständlich an, daß wir zwei im intimsten Einverständnis mit Itzig (der zu Elberfeld bei seiner jüngsten Anwesenheit Rede auf lupus hielt). Klings, sagten sie mir, sei ehemaliges Bundesmitglied, und so seien alle Arbeiterführer der Itzigschen Bewegung in der Rheinprovinz, und alle seien nach wie vor unsre dezidierten Anhänger. Er teilte mir auch den Brief des Klings mit, und ich fragte ihn, ob er mir denselben lassen wollte zur Übersendung an Dich. Was er bejahte. Also nicht zurückzuschicken. Ich habe den Leuten natürlich keinen klaren Wein eingeschenkt über unser Verhältnis oder vielmehr Nichtverhältnis zu Itzig, indes durch Dritte einige ganz ferne Andeutungen machen lassen.