41
Marx an Johann Philipp Becker
in Paris

[London] 23. Juni 18601

Lieber Becker,

Wollen Sie so gut sein, einliegenden Brief an Lommel zu besorgen? Ich schicke selben durch Sie, weil ich in Genf nur Lommels Adresse habe, die nicht mehr sicher zu sein scheint. Wenigstens erwähnt Lommel in seinen letzten Briefen weder der von mir versandten Briefe; noch antwortet er auf Anfrage wegen Ausbleibens (wochenlangens) eines mir angekündigten Pakets.

Grüßen Sie Schily bestens von mir. Den Brief des Ranickels an ihn bitte ich, mir möglichst bald zugehn zu lassen.

Ich bin erst seit ein paar Tagen wieder arbeitsfähig, und immer noch gewissermaßen Rekonvaleszent.

Die Herausgeber der Anfang Juli zu Berlin erscheinenden „Deutschen Zeitung" haben sich durch eine dritte Person2 an mich gewandt um Mitarbeit.3 Ich habe noch nicht definitiv mich erklärt. Ich verlange erst nähere Details über das Personal und die Tendenz des neuen Instituts. Doch scheint es mir nach den bisher veröffentlichten Zeitungsannoncen national-vereinlich zu sein, und, wie ein Freund4 mir aus Berlin schreibt, wäre es tunlich, von außen stark auf seine Richtung zu wirken. Schreiben Sie mir, ob Sie und Schily eine gemeinsame Korrespondenz für das Blatt, das fonds5 zu haben scheint, übernehmen würden, falls eine Aufforderung in diesem Sinn Ihnen von Berlin direkt oder via London zugehn sollte! Ich bitte hierüber umgehend Antwort, weil ich natürlich nur dann in diesem Sinn in Berlin Andeutungen machen würde, wenn die Annahme zu Paris im voraus gewiß wäre.

Abouts Pamphlet hat das Verdienst, daß die gothaischen Redensarten hier offiziell für den B[onapartismu]s vindiziert6 werden.

Sasonow habe ich nicht hier gesehen.

Salut.

Ihr
K.M.

Den Brief an Lommel bitte ich, möglichst bald zu expedieren.