[London] 17. September1 [1857]
Lieber Engels,
„Bernadotte“ ist schwierig zu behandeln. Die französischen Generale, die unter Louis-Philippe schrieben, sind meist seine unbedingten partisans2; die jetzigen Schreiber unter Boustrapa ebenso seine unbedingten Gegner. Die Hauptstreitpunkte, worüber ich Dich um Auskunft bitte, sind:
1. Sein Anteil an der Schlacht von Austerlitz durch die vor derselben von ihm ausgeführten Manöver.
2. Sein Benehmen bei der Schlacht von Jena; und vor der Schlacht von Eylau.
3. Sein Benehmen bei der Schlacht von Wagram.
Mit seiner Gesandtschaft in Wien ist die Sache nicht exakt so, wie Du sie darstellst3. Es ist bewiesen (u. a. Schlosser, „Zur Beurtheilung Napoleons“), daß die bonapartistischen Journale in Paris B[ernadotte] als Royalist denunzierten, weil er nicht die französische Fahne aushänge. Sie trieben ihn zu seinem Schritt, den Bona[parte] nachher desavouierte.
Überhaupt witterte Bona, daß Bernadotte der „Staatsmann“ unter seinen Generalen sei, der seine „eignen Pläne“ verfolge. Er und namentlich seine Brüder, durch ihr kleinliches und elendes Intrigieren gegen B[ernadotte], gaben ihm eine bedeutendre Stellung, als er sonst behauptet haben könnte.
Napoleon war überhaupt miserabel gegen alle Personen, denen er „Selbstzwecke“ zutraute.
Dein K.M.
Blücher mußt Du mir schreiben über seine Hauptschlachten, seinen allgemeinen militärischen Charakter, endlich über das von Griesheim so sehr pointierte taktische Verdienst.
Bessières, Brune, Brown, Bugeaud ditto.
Bosquet im Krimfeldzug.
Schick mir Danas Liste von B, da ich meine Abschrift verloren habe.
Dein K.M.