78
Engels an Marx
in London

[Ryde, 11. oder 12. September 1857]

[...] Berthier war ein reiner clerk1, ohne alle Ideen, aber schrecklich diensteifrig und exakt; als Nap[oleon] ihn 1809 nach Bayern schickte, um die Truppen zu ordnen, ehe er selbst kam, hatte er durch ordres et contreordres2 die Armee in 3 Teile geteilt. Davout mit der Hälfte bei Regensburg, Masséna mit der andern bei Augsburg, dazwischen bei Abensberg die Bayern, so daß, wenn der E[rz]h[erzog] Karl rasch avancierte, er die Corps einzeln schlagen konnte. Nur die Ankunft Nap[oleon]s und die Langsamkeit der Östreicher rettete die Franzosen.

Bernadotte war 1813 gar kein General, sondern Diplomat. Er verhinderte die Generale unter ihm anzugreifen, und als Bülow zweimal bei Großbeeren und Dennewitz gegen den Befehl gesiegt hatte, stoppte Bernadotte die Verfolgung. Er stand in fortwährender Verbindung mit den Franzosen. Als Blücher nach der Elbe zur Vereinigung mit ihm marschiert war, um ihn zu zwingen, endlich zu agieren, hielt er noch zurück, bis Sir Ch.Stewart (englischer Kommissär in seinem Lager) erklärte, wenn er jetzt nicht marschiere, so werde er keinen Pfennig mehr zahlen. Das half – trotzdem erschienen die Schweden bei Leipzig nur honoris causa im Feuer und verloren in der ganzen Kampagne nicht 200 Mann im Gefecht. – B[ernadotte] war französischer Gesandter in Wien 1798, er zog die Trikolore auf zur Feier des Jahrestags eines Siegs über die Östreicher, das Volk stürmte sein Hotel und verbrannte die Fahne. Er reiste ab, aber Nap[oleon] gab ihm Unrecht und bewog das Directorium, to let the matter drop3.

Kannst Du herauskriegen, wie Bockbrücken (ponts à chevalets) englisch heißen? Auch eine Beschreibung der östreichischen Biragoschen Pontons wäre erwünscht und ein kurzer Auszug – nur Andeutung – über die Beschaffenheit der Pontons bei den verschiednen Armeen (See4 Sir Howard Douglas, „Military Bridges“), ob die Russen und Preußen noch die leinenen Pontons haben? Ich hab’ kein Material hier, und was ich habe in Manchester, ist sehr alt. Für englische Pontons hab’ ich etwas. [...]