12
Jenny Marx an Engels
in Manchester

[London, 9. September 1853]

Lieber Herr Engels!

Eben war Imandt hier und erzählt uns, Dronke habe Spanisch studiert und er glaube, bei ihm die kleine „verkloppte“ Grammatik1 gesehn zu haben. Es wäre Karl sehr lieb, wenn Sie, lieber Herr Engels, den Dronke gleich nach Empfang dieser Zeilen um das elende Büchlein befragten; so könnte sich die Sache noch vor des Isegrims2 Abreise zu dessen eigner Beschämung aufklären. Es kommt Ihnen sicher komisch vor, daß wir aus der dummen Geschichte irgendein Wesen machen, aber man muß das Ganze miterlebt haben, um es zu begreifen; dieser bäuerische rohe Ton, dieses flegelhafte Auftreten, dies brutale Schreien, diesen Exzeß und diese Empörung in meiner und der Kinder Gegenwart. Es wäre gottvoll, wenn sich das verkloppte Buch in des Busenfreunds Händen befände. Nennen Sie aber Imandt nicht. Es ist schon sehr spät; damit diese Zeilen morgen in Ihre Hände gelangen, adressiere ich an Ihr Haus. Noch eine Annnehmlichkeit. Der Bamberger droht mit Verklagen wegen der Schweizer Geschichte3. Er hat den Auftrag von Schabelitz, meinen Mann hier zu verklagen wegen einer Stelle in einem Briefe, worin Karl die Hälfte der Kosten zu übernehmen verspricht, im Fall die Geschichte gezogen habe. Schicken Sie doch den einen Brief, den Sie noch in der Sache haben. Ebenso bettelt Karl noch einmal um die Notizen über die russische und türkische Truppenaufstellung. Da die Geschichte noch nicht gesetzelt4 ist, muß er immer wieder drüber schreiben, da die Amerikaner toll mit der eastern question5 sind.

Karl hat heute wieder einen langen ökonomischen Artikel6 sich herausgequält, er ist sehr müde und hat mir deshalb heute abend die Feder überlassen.

Leben Sie wohl und seien Sie herzlich von uns allen gegrüßt.

Jenny Marx

Lupus reist morgen früh ab, wie wir gehört haben. Er hat keinen Abschied von mir und den Kindern genommen.