Lieber Marx,
Deine amerikanische dicke Sendung ist noch nicht angekommen. Ich habe bei Pickfords anfragen lassen, da in meiner Straße die Häuser neu numeriert werden, wodurch Konfusion entsteht; aber bei P[ickford]s ist kein Paket für mich. Entweder hast Du die Geschichte also nicht abgeschickt, oder, wenn per Post, vielleicht nicht in der vorgeschriebenen Form, oder es ist sonst etwas damit vorgefallen. Zieh also Erkundigungen ein, was aus der Sache geworden ist.
Ich werde diese Woche meinen Herrn Alten hier besichtigen, wo dann die ganze Geschäftsscheiße ihre Erledigung finden und auch meine Position sich weiter regulieren wird. Entweder wird das Geschäft hier durch Kontraktserneuerung weiter fortgeführt, was aber nicht sehr wahrscheinlich ist, oder ich werde durchzusetzen suchen, daß mein Alter hier spätestens Ende d. J., vielleicht schon Ende Juni d. J., austritt. Dann gibt’s eine Liquidation vom Teufel, die indes in 6 à 8 Monaten so ziemlich beendigt sein wird, wonach ich dann etwas anders anfangen werde, entweder nach Liverpool gehn oder Gott weiß was. In 14 Tagen wird das wohl entschieden sein. Es ist mir lieb, daß mein Alter jetzt schon kommt, damit der unvermeidliche Dreck hier sobald als möglich abgemacht wird und ich weiß, woran ich bin.
Inl. auch der Clußsche Brief zurück. Die Jonesschen Artikel hab’ ich hier, dagegen nicht die von Harney, die Du mir gelegentlich schicken kannst, damit man beide Seiten kennenlernt und Vater Harney in seiner neuen Rolle sieht. Der fleißige Jones wird diesen trägen Hund sehr bald aus dem Feld schlagen, wenn es ihm nur gelingt, eine Zeitlang auszuhalten. Und eine Zirkulation von 40001 wöchentlich, die schon Profit bringt (3600 decken die Kosten), wird er doch aufzubringen imstande sein.
Das Herkommen meines Alten schiebt meine Danaschen Pläne2 natürlich um 8 à 14 Tage auf. Dagegen könntest Du inzwischen durch Szemere die Unterhandlung mit dem Buchhändler wegen der Skizzen fortführen, in betreff der zu schildernden Heroen Deine Korrespondenz und die „N[eue] R[heinische] Z[eitung]“ (besonders Nationalversammlungs-Vota und Reden) durchsehn, und wenn die Sache zum Abschluß gediehen, kämst Du auf eine Woche her, und wir machten das Ding3. Ich denke doch, es wird sich so machen lassen, daß man die paternité4 des Dings nicht entdeckt, und selbst wenn dies geschehe, der Sache nichts anhaben kann.
Wie mir Ebner schreibt, steht er wegen Deiner Ökonomie noch immer mit Löwenthal in Unterhandlung, der sich in Brüssel etablieren will und einstweilen noch Associé im Frankfurter Geschäft bleibt.
Wie kommt Freiligrath mit meinem Schwager5 voran? Antworte mir wegen Pindar, c’est une bête ennuyeuse et assez confuse6. Ist er im B[und]?
Die von Weyd[emeyer] angezeigten „Turn-Zeitungen“ sind noch immer nicht angekommen, er muß irgendein Versehen damit gemacht haben.
Schreib bald.
Dein
F.E.
Manchester, 4.Mai 52
Bei Paketen, die nicht durch die Post gehn, schreibst Du besser statt der alten Nr.70 beide, die alte und neue Nr. auf die Adresse, so: Nr.44/70, Great Ducie Str[eet], Strangeways, Manchester. Die Geschichte für Szerelmey7 womöglich morgen.