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Engels an Joseph Weydemeyer
in Frankfurt a.M.

Lieber Weydemeyer

Dein Brief an Marx nebst £ 5.– für Flüchtlingsgelder und Zulage für mich ist heute angekommen. Du wirst inzwischen zwei Briefe mit Erklärungen, Aufruf und Rechnungsablage des Flüchtlingskomitees erhalten haben. Druck sie so rasch wie möglich ab, und was Du in der Umgegend tun kannst, um Flüchtlingsgelder zusammenzubringen, tu es. Die weiteren Verhältnisse wirst Du aus inliegendem Brief an Dr[onke] sehn. Vielleicht ist in Franken, Nürnberg, Bayreuth pp. etwas aufzutreiben. Die „N.Rh. Ztg.“ zirkulierte dort stark. Hast Du eine Adresse nach München, so schreib auch dorthin. Du begreifst, daß es jetzt, wo die Esel Struve und Konsorten sich am Vorabend der Revolution durch die Flüchtlinge wieder in die Zeitungen zu bringen suchen, für uns eine Ehrensache wird, wenigstens unsre Flüchtlinge fortzuunterstützen, und die besseren der neuen Ankömmlinge nicht abermals in die Botmäßigkeit dieser Esel fallen zu lassen.

Die beiden folgenden Hefte der „Revue“ glaubten wir, das 2te seit 5 Wochen, das 3te seit wenigstens ein paar Tagen, in Deinen Händen. Der Esel Naut hat sie Dir also gar nicht geschickt! Heute schon ist ein grober Brief an ihn abgegangen, daß er sie Dir sofort schicken soll. Er muß das 3. Heft seit 8 Tagen haben. Mach übrigens keine Kritik darüber, bis Du das 3. Heft auch hast, das die erste Serie von Artikeln1 vollständig abschließt.

Adieu Dein
F.E.

London, 25. April [1850]

Wir hören soeben, daß in verschiednen deutschen Blättern durch die elenden Struve, Tellering, Schramm2, Bauer3 (Stolpe) pp. verbreitet wird, unser Komitee fräße die Flüchtlingsgelder selbst auf. Auch in Briefen wird diese Infamie verbreitet. Du mußt es nirgends gelesen haben, sonst wärst Du längst für uns aufgetreten. Du weißt, daß uns allen die Revolution nur Geld gekostet, nie einen Centime eingebracht hat; daß selbst die „N[eue] Pr[eußische] Z[eitung]“ usw. nie dergleichen Sachen uns vorzuwerfen wagten. Erst die lausigen Demokraten, die impotenten „großen Männer“ der Kleinbürgerschaft waren hundsföttisch genug zu solcher Gemeinheit. Unser Komitee hat jetzt 3mal Rechnung abgelegt, jedesmal sind die Geldsender aufgefordert, Mandatare zur Prüfung der Bücher und Quittungen einzusehn. Welch andres Komitee hat dies getan? Über jeden Centime ist Quittung vorhanden. Kein Komiteemitglied hat je einen Centime von den Geldern erhalten, wird es auch nie verlangen, so sehr es im Pech war. Keiner unsrer besten Freunde hat je mehr erhalten als der letzte Flüchtling; keiner, der eine Erwerbsquelle hatte, erhielt einen Sou. Ist Dr[onke] nicht mehr da, so brich Du den Brief auf, lies ihn und schicke ihn ihm nach.