2, Stone Buildings Lincoln's Inn, W.C.
[London] 21. Juli 18951
Meine liebe Tussy,
Sehr besorgt zu erfahren, wie es dem General geht, ging ich heute abend zum Victoria-Bahnhof, um den Zug abzuwarten, der 7.15 abends von Eastbourne abfährt und mit dem Dr. Freyberger zurückzukommen pflegt.
Ich traf ihn und muß leider sagen, daß sein Bericht alles andere als ermutigend ist; er meinte, das Leiden habe einen Grad erreicht, daß – bei dem Alter des Generals – sein Zustand bedenklich ist. Abgesehen von den erkrankten Lymphdrüsen am Hals besteht die Gefahr, daß entweder Herzschwäche oder Lungenentzündung hinzukommt – und in beiden Fällen würde es ganz plötzlich zu Ende gehen. Wenn keine Lungenentzündung hinzukommt, kann er noch einige Wochen leben, anderenfalls aber wird es eine Frage von wenigen Stunden sein. Trotzdem ist der General jedoch voller Hoffnung und überzeugt davon, daß er sich erholen wird. Er beabsichtigt und hat mit den 2 Ärzten vereinbart, am Mittwoch abend2 nach London zurückzukehren; wenn Du ihn also besuchen willst, so gehe lieber am Donnerstag in die 41, Regent's Park Road.
Das sind traurige Nachrichten, und ich hoffe, die Ärzte mögen sich irren. Es ist noch so viel Arbeit zu tun, die nur der General zu leisten imstande ist. Sein Tod wäre für die Allgemeinheit ein unwiederbringlicher Verlust – für seine Freunde ein entsetzliches Unglück.
Ich habe gerade nur Zeit, dies zu schreiben – in Eile –
aufrichtig Dein
S. Moore
Aus dem Englischen.