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Engels an Julius Motteler

in London

[London] 2. März 95
41, Regent's Park Road, N.W.

Lieber Julius,

Ich schicke Dir hiermit den Brief von Meyer1 zurück sowie einen von Lütgenau, Dortmund, an mich in derselben Sache2, den ich zurückerbitte. Der Mann ist der richtige Barlen, Barlwin scheint bloßes Mißverständnis von Leuten, die den Namen nie geschrieben sahen. Er konnte den Namen des Vertrauensmanns B[ochum] angeben, bestätigte auch, was M[eyer] wegen Kritzler und des Geldes schrieb – dies Geld, er sprach von 10 Mark, sei aber der Polizei in die Hände gefallen. Ich gab ihm das erste Mal 3 sh., dann heute, als er wiederkam, 10 sh., aber er sagte, das müsse er dem Wirt alles geben und sei dann wieder ohne einen Heller, so gab ich ihm noch 5 sh., in allem 18 sh., aber auch das läßt ihn im größten Pech – er sitzt in einer Räuberhöhle im Matrosenviertel und ist krank im Kehlkopf, kann nicht sprechen, so daß ich kein langes Verhör anstellen konnte.

Wenn der Verein nichts weiteres tun kann, könnte er sich doch des armen Teufels soweit annehmen, ihm aus der Matrosengegend heraus in eine Wohnung verhelfen, wo er nicht so ausgebeutet wird und wo er sich nach Arbeit umsehn kann, und ein ganz klein weniges könnten die Leute doch auch tun. Er müßte wenigstens eine Adresse haben, wohin er sich Briefe schicken lassen kann, was nach seiner jetzigen Bude kommt, wird wahrscheinlich Beute des Wirts. Ich käme selbst wegen dieser Geschichte, wegen Deiner Krankheit und wegen der Coheniade zu Dir, aber ich habe wieder einen meiner Frühjahrsanfälle, der mir das Gehen momentan verbietet.

Im übrigen mein herzliches Bedauern wegen Deiner und Deiner Frau Krankheit, die sich hoffentlich bald legt, und meinen Glückwunsch zur blutigen Verkeilung des großen Anarchisten. Er kann sich bei Kropotkin wieder ins Bett legen.

Viele Grüße Dir und Deiner Frau von

Deinem
F. Engels