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Engels an Filippo Turati
in Mailand

41, Regent's Park Road
[London] 4. Dez. 94

Mein lieber Turati,
Wo zum Teufel nehmen Sie die Geduld her, immer an diesen lieben Herrn E. zu schreiben? Lassen wir doch die bürgerlichen Anreden beiseite. Was Ihre Studenten betrifft, so bedaure ich außerordentlich, daß ich ihnen nicht anders helfen kann als durch meine besten Wünsche. Meine Zeit ist derart in Anspruch genommen, daß ich nicht einmal zu den dringendsten Arbeiten komme. Am gleichen Tage, an dem ich Ihre Karte erhielt, wandten sich die Berliner Studenten mit der gleichen Bitte an mich; ich bin gezwungen, ihnen ebenso abzusagen wie Ihren Freunden. Diese Kleinigkeiten, jede für sich allein, machen nicht viel aus, aber wenn sie sich von Tag zu Tag mit einer zur Verzweiflung bringenden Regelmäßigkeit wiederholen, so summiert sich das, und es kommt zu einem erheblichen Zeitverlust. Entschuldigen Sie mich also bitte bei Ihren jungen Freunden, denen ich im übrigen vollen Erfolg wünsche.

Ich schicke Ihnen für die Bürgerin Anna mein Vorwort zum 3. Band des „Kapitals" – es enthält einige Zeilen, für die man sich vielleicht in Italien interessieren wird.1

Sie haben gut darangetan, Bebel in der „C[ritica]S[ociale]" zu zitieren. Bebel hat bittere, aber sehr notwendige Wahrheiten gesagt. Das war opportuner als der Opportunismus seiner Gegner.

Freundschaftlichst Ihr
F. E.

Bitte beachten Sie die Änderung der Adresse.

Aus dem Französischen.