London, den 29. Juni 93
Mein lieber Lafargue,
Ich habe an Bebel geschrieben und ihm die Situation geschildert; es sprechen sicherlich viele Gründe für einen Aufschub des Kongresses auf ein späteres Datum.
Aber
1. November kommt nicht in Frage, niemand geht im Winter nach Zürich, wenn es dort regnet und kalt ist. Überdies werden sowohl Ihre Kammer wie auch der Reichstag und das englische Parlament dann noch tagen. Geben Sie also dieses Datum auf. Später wird man ein anderes festlegen.
2. Es wäre ärgerlich, wenn die französischen Marxisten und die Deutschen allein die Vertagung vorschlügen. Etwas anderes aber wäre es, wenn alle französischen sozialistischen Fraktionen einstimmig diese Bitte vorbrächten. Sehen Sie zu, was Sie in dieser Hinsicht tun können. Aber beeilen Sie sich, denn
3. ist es notwendig, daß die Schweizer Ihre Bitte den anderen unterbreiten und deren Meinung einholen – zumindest werden sie sich hinter dieser Notwendigkeit verschanzen, da der Sekretär des Komitees, Seidel, ein fanatischer Antimarxist ist und hier und in Frankreich mit allen unseren Gegnern intrigiert.
Es wird schwierig sein, die Blanquisten und die beiden Gruppen von Possibilisten dazu zu bringen, Ihren Antrag zu unterstützen, aber das ist sehr wichtig. Wenn die anderen mit dem Datum vom 6.–12. August einverstanden sind, werden Sie allein kaum etwas erreichen.
In Eile freundschaftlichst Ihr
F. Engels
Aus dem Französischen.