237
Engels an August Bebel
in Berlin

London, 29.Nov. 92

Lieber August,

Herzlichen Dank für Deine freundlichen Wünsche – es ist alles gut und ohne Nachwehen irgendwelcher Art überstanden worden, und hätte ich nicht übel Lust, gleich morgen noch einmal einen Geburtstag zu feiern – aber ich stehe unter viel zu guter Kontrolle, als daß mir solch ein Exzeß gestattet würde! Die preußische Polizei ist Dir rein gar nichts gegen eine solche medizinische Hexe. Nun, ich denke immer, wer weiß, wozu's gut ist und mit welchen Sünden ich diese gewissenhafte Überwachung verdient habe, ich habe nun einmal einen solchen dummen Aberglauben an eine „ausgleichende Gerechtigkeit", und so trinke ich Mineralwasser und Limonade und tue Buße für besagte Sünden, von denen ich nicht weiß, ob ich sie eigentlich begangen habe. Über Politik das nächste Mal, in ein paar Tagen – ich muß aber machen, daß ich mit dem III. Band1 fertig werde; in Frankreich sieht's ganz merkwürdig gewitterhaft aus, c'est le commencement de la fin!2 Es kommen wieder Zeiten, wo die Franzosen ihre guten Eigenschaften zu zeigen Gelegenheit finden. Herzliche Grüße.

Dein
F. E.

Schönen Dank auch für die hübsche Klebekruste, sie wird beim III. Band gleich in Dienst genommen.