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Engels an Friedrich Adolph Sorge
in Hoboken

Lieber S[orge],

Du mußt meine Schreibfaulheit entschuldigen, ich habe diesen Winter den III. Band1 fertigzumachen, das muß abgemacht werden und kann nicht geschehn, ohne daß ich alle meine Korrespondenz in die Ecke stelle. Ich bin seit 3 Wochen dran und kann Dir nur sagen, daß die Arbeit über Erwarten flott geht; ich hatte, als ich das letztemal unterbrochen wurde, gut vorgearbeitet, und das lohnt sich jetzt. Aber es ist noch ein Haufen Arbeit, indes ich bin so weit, daß ich das Ende absehn kann. Und niemand froher als ich, dies Stück Arbeit lag mir wie ein Alp auf dem Gewissen. Ich habe mir die freie Zeit – unter 4 Monaten voller Freiheit von aller andern Arbeit geht's nicht – gewaltsam genommen; ich weiß, tue ich's jetzt nicht, geht's überhaupt nicht, die Zeiten werden rebellisch und kriegerisch. Aber Du und alle andern, Ihr müßt momentan darunter leiden – also verzeihe!

Dein
F. E.

London, 5./11./92