In meinem letzten Brief vergaß ich den Umstand zu erwähnen, daß ich an die beiden Romms eine Empfehlung an Dich gegeben, was Dir als unpassend vorkommen dürfte. Es war reine Vergeßlichkeit. Die Romms – ihn kenne ich nicht persönlich – haben in Berlin in der besten Parteigesellschaft verkehrt und volles Vertrauen genossen und werden Dir jedenfalls über dortige Verhältnisse viel Interessantes erzählen können. Wie gesagt, sie ist Schwägerin von Ede Bernstein, der sich als Redakteur des „S[ozialdemokrat]“ als einer der Besten der jüngeren Generation erwiesen, und ihre literarische Arbeit als Vermittlerin zwischen der fortgeschrittnen russischen Literatur und den Deutschen ist sehr anerkennenswert. – Alles Persönliche, wie, wo und warum nach dort, werden sie Dir erzählt haben.
Der „Socialiste“ erscheint wieder – ich schreibe an Lafargue, daß sie ihn Dir schicken.
Die Kongreßangelegenheit ist in bestem Fluß. Zwischen Deutschen und Franzosen volle Einigkeit. Guesde, Nieuwenhuis, Tussy, ein Belgier und ein Schweizer gehn am 12. nach Halle und werden wohl alles ordnen. Die Possibilisten sind in offnem Krakeel – nächste Woche wird’s bei denen zum Klappen kommen.
Nim dankt für den „Kalender“1, sie, Schorl[emmer] und ich grüßen Euch beide bestens.
Dein
F. E.
Von den Schlägen Tussys wissen wir hier nichts – what does it mean2?
[London] 4. Okt. 1890