London, 26. Sept. 1890
Mein liebes Löhr,
Gestern feierten wir Deinen bevorstehenden Geburtstag mit einer Flasche gutem Claret, und heute werden wir zu Ehren des tatsächlichen Ereignisses eine Flasche Sekt trinken und Dir alles Gute wünschen, in der Hoffnung, daß Du gerade angekommen bist
nel mezzo del cammin della tua vita1.
Als Geburtstagsgeschenk hiermit Dein Anteil an Meißners Überweisung von £ 45, soeben eingetroffen, in Form eines £ 15 Schecks; der kommt sehr gelegen!
Die letzte Nr. des „S[ozialdemokrat]“ erregt hier Aufsehen – Edward brachte gestern einen langen Auszug im „Daily Chronicle“ und wird E. Bernstein für den „Star“ vom Montag interviewen (mit Photographie).
Meißner hat die Abrechnung noch nicht geschickt, nur die Geldsendung, weitere Einzelheiten müssen daher hinausgeschoben werden.
Herzliche Grüße von Nim, Schorlemmer und Deinem
F. Engels
Wenn Du das nächste Mal hierherkommst, wirst Du hier im Hause ein warmes Bad nehmen können. Der alte Marquis2 ist vor einiger Zeit gestorben, und das Grundstück ist in die Hände anderer Verwalter übergegangen, darum habe ich posais la question de cabinet3 und vorsorglich gekündigt, falls nicht ein neuer Kochherd und ein neues Bad mit einer Warmwassereinrichtung installiert werden. Heute waren die Leute hier, um sich die Räumlichkeiten anzusehen; und mir wurde mitgeteilt, daß man meinen Forderungen nachkommen will. Natürlich kann es noch kleine Schwierigkeiten geben, doch nach dem, was ich hörte, glaube ich, daß ich mich durchgesetzt habe.
Die Kiste mit Birnen ist bis heute 3 Uhr nachmittags noch nicht eingetroffen, doch sie wird höchstwahrscheinlich vor dem Abendessen hier sein.
Aus dem Englischen.