London, 10.Jan. 89
Lieber Kugelmann,
Ditto herzliche Neujahrswünsche Dir, Deiner Frau und Tochter!
Die Soetbeersche Weisheit wird mich erheitern, wenn Du so gut sein willst, sie mir zu schicken; die Randglossen sind für hiesige Post unverfänglich, die nur anything in the nature of a letter1 verbietet.
Die französische Bauerngeschichte ist cum grano salis zu nehmen. Parzellen-Bebauung war in Frankreich wie Deutschland und Osteuropa Regel, Großkultur mit Fronarbeit relative Ausnahme, was die Flächengröße betrifft. Durch die Revolution wurde der Bauer allmählich Eigentümer seiner Parzelle, nachdem er oft noch eine Zeitlang wenigstens nominell Pächter gewesen war (die Pacht aber meist nicht zahlte). Was aus den Nationalgütern wurde (von denen Napoleon und die Restauration viel an den Adel zurückgab, andres nach 1826 aus der Emigranten-Milliarde vom Adel aufgekauft wurde) und wie der Kleinbauernbesitz bis 1830 auf seine höchste Entwicklung kam, darüber Avenels „Lundis Révolutionnaires“ und Balzacs Roman „Les Paysans". Taine ist nicht viel wert. Den Artikel Schweichel habe ich nicht gelesen.
Der 3.Band2 rückt langsam voran.
Meine Gesundheit ist durch meine amerikanische Spritztour famos gehoben, aber mit den Augen wackelt's noch – chronische leichte Konjunktivitis und zunehmende Myopie des linken wegen Zurücktreten der Hinterwand der Sclerotica infolge Überarbeitung. Ruhe ist die erste Bürgerpflicht.
Dein
F. Engels