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Engels an Hermann Schlüter
in Hottingen-Zürich

London, 10. Jan. 88.

Lieber Herr Schlüter,

Ich habe nichts dagegen, daß Ede den Schluß der Vorrede der „Mordsp[atrioten]“1 abdruckt.

Bitte mir zu sagen, wann ungefähr mit dem Druck der „Gewaltstheorie“ begonnen werden kann. Ich schreibe nämlich ein viertes Kapitel dazu, worin ich die Gewaltspraxis Bismarcks und die Ursachen ihres momentanen Erfolgs untersuche. Ich schreibe es jetzt, muß es aber unmittelbar vor dem Druck revidieren und nach den neuesten Tatsachen ergänzen. Auch dies Kapitel steht natürlich Ede gern zur Verfügung, wenn alles soweit ist.

Ich komme nächstens zur Ordnung meiner Bücher. Es kann sein, daß sich da noch ein Ex. der „Heil[igen] Familie“ findet; wenn so, dann soll das Archiv es haben. Inzwischen bitte wegen „Revue der N[euen] Rh[einischen] Z[eitung]“ weiter achtzuhaben – die einzelnen Aufsätze würden nur im äußersten Notfall nützen können.

Die von Bruhn entstellte Geschichte ist erwähnt im „Herr Vogt“, S. 124, Anmerkung – Bangya hatte sich als Vertreter eines in Berlin angeblich neu sich etablierenden Buchhändlers, Eisenmann oder so sollte der Kerl heißen, hingestellt und sich anheischig gemacht, daß dieser das Ms. drucken würde. Letzteres ist von M[arx] und mir, und das Original liegt hier bei mir. Der eigentliche Käufer der Abschrift war aber Stieber, der dumm genug war zu glauben, in einem von uns für den Druck bestimmten Ms. würde die preußische Polizei geheime Enthüllungen finden und nicht bloße Verhöhnung der großen Männer der Emigration, denn weiter war natürlich nichts drin. Wir waren um die Veröffentlichung geprellt, aber die eigentlichen Geprellten blieb die preußische Polizei, die sich auch wohl gehütet hat, je damit zu renommieren, und nebenbei Herr Kossuth, der erst durch diesen Vorgang aufgeklärt wurde, welchen saubern Vogel er protegierte, obwohl er ihn auch dann noch zu halten suchte.

Ihren freundlichen Neujahrswunsch herzlich erwidernd,

der Ihrige
F. E.