London, 10. März 87
Meine liebe Laura,
Erfreuliche Neuigkeiten. Die erste Auflage des „Kapitals“1, 500 Exemplare, ist bis auf etwa 50 Exemplare verkauft, und die 2. Auflage ist in Vorbereitung. Beinahe die halbe Auflage ist, soweit ich es berechnen kann, nach Amerika gegangen, und die 2. Aufl. wird dort immer noch einen guten Absatz finden, wenn nicht eine Piratenausgabe herausgebracht wird; das wird aber wohl nicht der Fall sein, bis der Erfolg des Buches in Amerika offenkundig geworden ist, was überdies einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Da die Clichés vorhanden sind, wird die 2. Aufl. bald im Verkauf sein, und wir werden pro Exemplar 3 sh. 9 d. erhalten statt der 3 sh. wie bei der ersten. Es wird wieder eine 30 sh. Ausgabe.
Wir haben den Artikel in „The Athenaeum“ gesehen, und Tussy wird Dir ein Exemplar schicken. Es ist sehr günstig, daß die Presse gerade dann von dem Buch zu sprechen beginnt, wenn seine erste Auflage verkauft ist, und der „Ath[enaeum]“-Artikel ist für uns sehr wertvoll. Die Herren von der Presse wußten offensichtlich nicht genau, wie sie das Buch besprechen sollten, daher die Verzögerung, doch jetzt, nachdem das „Ath[enaeum]“ den Ton angegeben hat, werden die anderen sicher nachfolgen.
Zwischen den obigen und den folgenden Zeilen liegt ein langatmiger Besuch des alten Jakins, des Hausverwalters, der die Miete und das Kohlengeld sowie zwei Gläser Gin und eine Zigarre holte, – ein wiederholtes Läuten der Tischglocke, um den alten Burschen zu vertreiben, was erst nach dem dritten Mal Erfolg hatte –, dann ein ziemlich schweres Essen mit Nims Kartoffelkuchen zum Abschluß, und deshalb bin ich zwar angeregt, aber nicht zum Briefschreiben. Ich glaube, daß Du nicht böse sein wirst, wenn ich unter diesen Umständen keinen weiteren Versuch mache, sondern sofort ans Unterschreiben gehe.
In Zuneigung Dein
F. Engels
Aus dem Englischen.