Eastbourne, 4, Cavendish Place
11.Aug. 86
Lieber Baron,
Ich will gern mein mögliches tun mit Deinem Ms. Aber versprechen kann ich innerhalb bestimmter kurzer Frist absolut nichts: 1. hängt alles vom Drang der Druckbogen1 ab, deren jeder mindestens 3mal von mir genau durchgelesen werden muß in Korrektur, 1. und 2.Revision; 2. habe ich einen solchen Stoß dringender Korrespondenz – die seit 3 Monaten total abgebrochen – aufgehäuft, daß ich diese erst abstoßen muß; 3. lagern seit 7 Monaten 2 Ms. zur Revision bei mir, doch die setze ich zurück, wenn’s sein muß.
Schick mir also das Ms., und nous verrons2. Er3 braucht ja ohnehin zunächst nur ein erstes Heft – dieses schick mir.
Von4 meiner Durchsicht darf Dietz absolut kein Wort wissen. Ich habe von seiner Manier, alle Diskretion außer Augen zu setzen, sobald er einen Geschäftsvorteil dabei wittert, schon mehr Exempel als genug. Du wirst also im Notfall ein andres Auskunftsmittelchen finden müssen.
Wetter seit gestern wechselnd.
Von Zeitungen etc. bitte mir nur die französischen, spanischen und deutschamerikanischen „Sozialisten“5, den „Soz[ial]dem[okrat]“, die „Volkszeitung“6, „Volksfreund“ und „Nature“ zu schicken, alles andre kann liegenbleiben. Ebenso alle Prospekte und Berichte von industriellen Gesellschaften können liegenbleiben.
Jetzt geht’s wieder an die Druckbogen. Hoffentlich ist die Seeluft Euch beiden und namentlich Deiner Frau gut bekommen. Hier wird jeden Abend 9–11 mit Verzweiflung Karten gespielt, wobei ich bis jetzt ein famoses Glück im Verlieren habe. Nim und Roshers grüßen bestens.
Gruß an Deine Frau.
Dein F. E.