Bürger,
[London] 1. Dez. 85
Als ich Ihren Brief vom 8. August sowie Ihr Manuskript erhielt, war ich gerade dabei, nach Jersey abzureisen, von wo ich erst am 14. Sept. zurückgekehrt bin. Danach hatte ich soviel dringende Arbeiten zu erledigen, daß es mir unmöglich war, mich mit der französischen Übersetzung des „18. Brumaire“ zu befassen. Und heute, da ich endlich die Zeit finde, darauf zurückzukommen, liegen zwei miteinander rivalisierende Ms. vor mir.
Zunächst, es ist mir unmöglich, mich zum Richter in einem Streit aufzuwerfen, von dem ich weder die Ursachen noch den Inhalt ergründen kann. Ich weiß nur, daß F[ortin] mehrere Jahre mit Marx vor dessen Tod in Korrespondenz stand1; daß er mich gebeten hat, seine Übersetzung durchzusehen, was ich ihm versprach, und daß ich schon einen Teil seines Ms. einer Revision unterzogen habe. Ich fühle mich also ihm gegenüber gebunden. Unter diesen Umständen halte ich mich nicht für berechtigt, von Ihrer Arbeit auch nur irgendwelchen Gebrauch zu machen; ich habe mich sogar gehütet, auch nur eine einzige Seite davon zu lesen, denn wenn sie besser wäre als die von F[ortin], könnte ich es nicht lassen, Ihre Redewendungen in sein Ms. zu übernehmen, was Ihnen und vielleicht auch F[ortin] gegenüber ungerecht wäre, da Sie beide sich nicht mehr verstehen. Die Pflicht, unparteiisch zu sein, verbietet es mir daher, so sehr ich das auch bedauern mag, von Ihrem Werk Kenntnis zu nehmen.
Das Ms. steht zu Ihrer Verfügung.
Die Übersetzung des II. Bandes „Kapital“ ist eine äußerst schwierige Sache; außerdem werde ich das ganze nächste Jahr absolut keine Möglichkeit haben, mich mit der Durchsicht zu befassen; dann gibt es auch noch eine ganze Masse anderer Dinge, die in Erwägung zu ziehen sind. Ich kann im gegenwärtigen Zeitpunkt niemandem gegenüber Verpflichtungen übernehmen; das ist eine Frage der Zukunft.
Empfangen Sie meine aufrichtigsten Grüße.
Aus dem Französischen.