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Engels an Laura Lafargue
in Paris

London, 4. Juli 1885

Meine liebe Laura,

Hier den Scheck über £ 15, wie von Paul erbeten, der hoffentlich nicht zu sehr unter der Hitze leidet, die um diese Zeit in Ste-Pélagie ziemlich quälend sein muß.

Dein Abenteuer mit den Russen erinnerte mich lebhaft an die Zeiten, in denen man niemals sicher war, ob Dupont nicht etwa um halb zwei nachts mit ein oder zwei citoyens1 (manchmal in leicht angeheitertem Zustand) auftauchen würde, die er gleich zum Übernachten daließ.

„Justice“ kündigt an, wie Du vielleicht gesehen hast, daß Reeves (ein ziemlich mittelloser kleiner Mann aus der Fleet st.) eine Übersetzung von Devilles Auszug aus dem „Kapital“ in „Lieferungen“ veröffentlichen wird. Das ist ein Schachzug gegen unsere Übersetzung2. Wenn das zustande kommt, werde ich erklären müssen, daß Devilles Auszug alles andere als getreu und in der zweiten Hälfte eher zu getreu ist, da er alle Schlußfolgerungen bringt und die meisten Prämissen und alle Definitionen wegläßt.

Fortin aus Beauvais schickt mir den Anfang seiner Übersetzung des „18. Brumaire“.3 Ich habe noch keine Zeit gehabt, sie anzusehen.

Ich bin fast fertig mit dem Diktieren des 3. Bandes4, d. h. mit dem, was davon diktiert werden kann. Dann, nach meiner Rückkehr von der See (Ende August), kommt zuerst das Sortieren der Briefe usw. (und auch der Bücher) dran und dann die eigentliche Arbeit mit dem 3. Bd. – Vom 2. Bd. nichts Neues. Wenn er nächste Woche nicht kommt, werde ich schreiben. Diese Verleger haben immer irgendeine geschäftliche Ausrede, warum etwas nicht sofort herausgebracht werden kann.

Mohrs Prozeß zu Köln5 wird in Zürich neu aufgelegt.

Von der russischen Übersetzung des 2. Bandes sind von 33 Bogen 18 bereits fertig.

Jetzt muß ich in dringenden Privatangelegenheiten (Geld) in die Stadt gehen, darum für heute nichts mehr von Deinem

Dir stets geneigten
F. Engels

Aus dem Englischen.