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Engels an Hermann Schlüter
in Hottingen-Zürich

London, 17.Jan. 1885

Werter Herr Schlüter,

Nachträglich bemerke ich Ihnen noch wegen „Anti-Dühring“: 1. auf die alte Vorrede folgt eine zur 2.Auflage, die ich aber jetzt noch nicht gut machen kann; Sie fangen also wohl, wie gewöhnlich, mit dem Text selbst an und lassen Vorrede und Titel bis zuletzt. 2. Was von Zusätzen kommt, kommt als Anhang.1

Von Bonn wird mir mitgeteilt, „Ursprung der Familie etc.“ sei nicht im Buchhandel zu haben, die Buchhändler sagen, es sei ihnen von der Schweiz, vom Verleger, mitgeteilt, das Buch sei verboten, und ich werde von verschiednen Freunden mit Anfragen bombardiert, wo das Buch zu haben. Da nun meines Wissens kein öffentliches Verbot erfolgt, ein geheimes Verbot aber Unsinn, und die Annahme, daß von Zürich aus das Gerücht eines Verbots ausgestreut werde, noch größerer Unsinn ist, so bleibt mir die Sache rätselhaft. Sollten Schabelitz’s Leipziger Kommissionäre sich von der Regierung haben bereden lassen, dergleichen zu verbreiten und dadurch den Absatz zu erschweren, ohne daß man sich durch ein öffentlichen Verbot lächerlich macht? Ich bitte Sie gefl., Nachforschungen dort anstellen zu wollen und mir den Erfolg mitzuteilen, ich werde auch zu erfahren suchen, ob dieselbe Taktik anderswo befolgt wird.

Was macht Ede? Ich höre und sehe nichts von ihm.

Ihr ergebner
F. Engels