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Engels an Marx
in Ventnor

London, 6.Nov. 82

Lieber Mohr,

Laura schreibt mir heute zwei Zeilen, wonach das Schicksal der „Égalité“ sich erst morgen entscheidet; Aussichten indes sehr günstig.
Hast Du den heutigen „Standard“ gesehn? Telegramm aus Frankfurt: seit Ignatjews Anwesenheit in Paris neue Versuche eines russisch-französischen Kompromisses, vorläufig scheinbar sehr milder Art: wenn Frankreich in Auslieferung von Dynamitern etwas mehr täte, wolle man russischerseits Frankreich in Tunis, Ägypten etc. kräftig unterstützen. Daher also die Polizeikampagne in Frankreich! Wollen sehn, ob den Kammern was Bezügliches vorgelegt wird.
Laf[argue] hat mir den „Prolét[aire]“ zugeschickt, worin der in St.-Étienne verlesene Anklageakt gegen ihn, Guesde etc. steht. Ein echt bakunistisches, aber sonst schwaches Machwerk: stärkste Stützen sind die einander widersprechenden, Augenblickslaunen vertretenden Briefe Laf[argue]s an Malon, die dieser ruhig abdruckt, ohne, wie es scheint, den Abdruck seiner Briefe durch Laf[argue] zu fürchten. Er hat nicht unrecht, diese Herren verwerten ihr Material zur rechten Zeit, kommt nachher Laf[argue] mit Malons Briefen, so ist’s moutarde après dîner1. Ich schick’ Dir das Ding morgen. Du mußt’s aber zurückschicken von wegen Bernsteins, gegen den ich’s wohl brauchen werde. Dieser wollte statt des Verlangten, oder daneben, eine halbe Bibliothek über Fabrikgesetzgebung schicken, was ich noch hoffentlich rechtzeitig gestoppt2; das schweizerische Fabrikgesetz erwarte ich täglich, die deutsche neuste Gewerbeordnung, worin die Fabrikbestimmungen stehn, bestelle ich Dir.
Sonst nichts Neues hier.

Dein
F. E.