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Engels an Marx
in Argenteuil

1, Sea View
Bridlington Quay, Yorkshire
29.Juli 1881

Lieber Mohr,

Ich erhielt Deinen Brief gestern morgen noch vor unsrer Abreise1 und war sehr froh zu erfahren, daß es Euch auf der Reise noch so verhältnismäßig gut ergangen ist. Aber Du hast recht, die Rückreise mit Unterbrechung machen zu wollen; es ist doch arg riskant, eine solche Kranke 12 Stunden auf den Beinen zu lassen. Ich hoffe nur, daß die Luft- und Szenerieveränderung die gewünschte Wirkung nicht verfehlt.

Wir fuhren 10.30 ab, kamen 5.5 hier an, minus meines Koffers, der sich verirrt hatte, aber noch abends einsprang; fanden nach ca. 15 Minuten Suchen brillante und nicht zu teure Wohnung (2 Häuser von der vorigjährigen, aber weit besser in jeder Beziehung), hatten gestern einigen Regen, aber heute scheint's sich allmählich aufzuklären. Um für den uns in London in der letzten Zeit wieder vertraut gewordenen Fall des Regenwetters gedeckt zu sein, holte ich mir vorgestern von Tussy den Skaldin und die beiden ersten Bände der Maurerschen Fronhöfe.2

Wir denken hier zunächst 3 Wochen zu bleiben, vielleicht 4, je nach Wetter und sonstigen Umständen. Cheques habe ich bei mir; wenn Du was brauchst, genier Dich nicht und gib die Summe an, die Du ungefähr gebrauchst. Deine Frau darf und soll sich nichts abgehn lassen; was sie wünscht oder wovon Ihr wißt, daß es ihr Freude macht, das muß sie haben.

Tussy war vorgestern eben noch bei uns, und so ging ich mit ihr die Bücher holen und das unvermeidliche Pilsener mit ihr zu trinken. Hier kann man deutsches Bier einigermaßen entbehren, das Bitter ale3 in dem kleinen Café am Pier ist vortrefflich und schäumt wie deutsches.

Schreibe bald wieder, wie es geht.

Herzliche Grüße von uns allen an Deine Frau und Jenny. Pumps läßt noch besonders Johnny grüßen, ditto ich. Grüß auch Longuet.

Dein
F. E.