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Engels an Friedrich Leßner
in London

42, Kings Road, Brighton, 4. März 77

Lieber Leßner,

Ich erhalte heute morgen einen Brief von dem Hoffmann, 9, Hayes Court, Soho, dem ich durch Dich schon einmal zwei Pfd. habe zukommen lassen. Er hat vor Weihnachten ein Kind, am 15. Febr. ein zweites, und am 25. Febr. seine Frau verloren und bittet mich um Unterstützung, da er die Begräbniskosten für das Kind noch nicht abbezahlt und die für die Frau, die heute begraben werden soll, und £ 4 betragen, nicht aufzubringen weiß. Da der Brief (vom 28. Febr.) in London liegengeblieben ist, so habe ich rechtzeitig nichts für ihn tun können, auch ist heute Sonntag, wo nichts geschehn kann. Willst Du so gut sein, den Mann zu sehen und sehn, was zu machen ist und wie es mit ihm steht, und wenn Du ein Pfund oder 30 sh. disponibel hast, kannst Du sie ihm je nach Umständen in meinem Namen geben, sonst schreib mir gleich und sage, was Du von dem Fall hältst, und ich kann eine Post office Ordre1 schicken. Vor allen Dingen mach dem Mann begreiflich, daß ich seinen Brief erst heute morgen erhalten und also nichts tun konnte.

Ich habe meine Frau hieher bringen müssen, damit sie sich von ihrer Schwäche etwas erhole, und das ist ihr auch gelungen, sie ist viel besser, und ich hoffe, es wird vorhalten. Dienstag über 8 Tage kommen wir zurück, und ein paar Tage später wird auch Pumps, begleitet von Fräulein Lina Schöler, wieder einspringen.

Meine Frau läßt die Deinige und Dich selbst sowie Nelli herzlich grüßen, ditto

Dein alter
F. Engels