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Jenny Marx an Peter Imandt
in Dundee

[London, um den 13. Juni 1871]
1, Maitland Park Road

Mein lieber Herr Imandt,

Soeben erhalte ich Ihre Zeilen und eile, Ihnen gleich zu sagen, daß der Mohr „all right“ ist. Das sind alles Polizeilügen, die der Stieber jetzt mit den französischen Halunken ausheckt. Sie erhalten heute Copies der Adresse der International1. Vielleicht können Sie etwas davon in die Presse bringen. Die Mädchen sind seit 6 Wochen bei Laura. Erst waren sie in Bordeaux. Dort wurde es aber zu heiß für Lafargue. Sie drückten sich von dort und sind jetzt dicht an der spanischen Grenze; hoffentlich safe2.

Ihr Bruder schrieb gestern auch ein paar Zeilen über das Sperren des Mohr, bitte, teilen Sie ihm mit, was Sie wissen. Ich habe heute so alle Hände voll zu tun.

Sie ahnen nicht, lieber Herr Imandt, was wir in diesen Wochen durchgemacht haben, vor Jammer und Wut. Es bedurfte mehr als 20 Jahre, um so brave, tüchtige, heroische Männer heranzubilden, und nun sind sie fast alle dahin. Von einigen ist noch Hoffnung, die Besten sind gemordet, Varlin, Jaclard, Rigault, Tridon etc.etc., vor allen aber die wahren Heroen, die 8 Tage ohne Führer in Villette, Belleville und St. Antoine kämpften: Arbeiter und Arbeiterinnen!! etc.etc. Die gemeinen Schreier von der Félix Pyat Sorte kommen wahrscheinlich davon. Andre sind noch versteckt, aber ich fürchte, die Bluthunde spüren sie noch aus.

Sein Sie herzlich gegrüßt von

Ihrer
Jenny Marx