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Marx an Johann Philipp Becker
in Genf

[London] 7. April 73

Lieber Becker,

Wenn ich nicht dazu komme, Dir ausführlich zu schreiben, mußt Du es auf Überbeschäftigung schieben. Bis die französische Übersetzung fertig und bis zur letzten Seite gedruckt ist, finde ich keine Mußezeit. Von der 2.deutschen Ausgabe habe ich glücklich vorgestern die letzten Korrekturbogen expediert und Meißner beauftragt, Dir portofrei die Gesamtbandausgabe zuzuschicken, die in einer Woche ungefähr herauskommen muß. Du verpflichtest mich durch Anzeige des Empfangs.

Engels bittet Dich, den einliegenden Brief so rasch als möglich an Goegg gelangen zu lassen. Es handelt sich wegen einer Auskunft über die Allianz (mit deren dokumentarischer Vermöblung wir jetzt beschäftigt sind). Auch Dich ersuche ich, uns das erste Programm der öffentlichen Allianz zu Genf, wo Dein Name mitsteht, uns wenn möglich zuzuschicken.

Wir glaubten hier, die „Égalité“ zu Genf erscheine nicht mehr, da sie uns nicht mehr zu Gesicht kam seit Outines Abreise von Genf. Ich hatte auf seinen Wunsch einige meiner französischen Freunde gewonnen, dafür zu korrespondieren, aber der Glaube an ihren Tod verhinderte alles. Wenn Perret also Korrespondenzen von hier wünscht, muß er dafür sorgen, daß Engels (122, Regent’s Park Road) und ich je ein Exemplar erhalten. Wenn’s gewünscht, werden wir dafür zahlen.

Der Generalrat wird wohl Genf zum Sitz des nächsten Kongresses bestimmen. Ihr müßt schon jetzt anfangen, für zahlreiche Repräsentation zu sorgen. Dies ist um so unerläßlicher, als die alianzistische Lumpenbande sich vornimmt, en masse dort hinzukommen. Sie kann natürlich nicht zugelassen werden. Den Vorteil wenigstens müssen wir vom Haager Kongreß haben, daß das Gesindel aus unsrer Mitte entfernt ist. Aber dazu ist nötig, daß wir eine faustfeste lokale Repräsentation bei Euch vorfinden.

Mit besten Grüßen von der ganzen Familie

Dein Karl Marx