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Engels an Friedrich Adolph Sorge
in Hoboken

London, 14. Dez. 72

Lieber Sorge,

Ich bestätige meinen Brief vom 7. d. [M.]1 und sende heute 1 „Emancipación“ mit Artikel über Bakunin, der auch für Euch Neues enthalten wird, und „I[nternational] H[erald]“ mit den Kongreßbeschlüssen2. Der Esel Riley hat die Abstimmungen weggelassen.

In Lodi ist die Nr. 118 der „Plebe“, welche Eure Adresse enthielt, konfisziert und Bignami, der Redakteur, verhaftet worden. Der Leipziger Hochverratsprozeß scheint dort sich wiederholen zu sollen. Wir schlagen natürlich sofort alles mögliche Kapital aus dieser Geschichte, sie erscheint sofort im „Volksst[aat]“ und „Emancip[ación]“ als Beweis, wen die Regierungen für gefährlich halten, den Generalrat und die ihm anhängen oder die Allianzisten. Etwas Besseres konnte uns in Italien nicht passieren.

Du solltest in der „Oestl[ichen] Post“ und in der amerikanischen Presse kurze Berichte über die Generalratssitzungen drucken lassen und die Nrn. an „Volksst[aat]“, „Égalité“ und „I[nternational] Herald“ schicken sowie ein oder 2 Ex. hieher, damit wir sie für Spanien und Italien sowie für die französischen Sektionen verarbeiten; die Dänen und Holländer würden sie auch bringen.

Die Vollmacht für Serr[aillier] wird täglich nötiger. Die Jurassier hier, die Blanquisten dort, wühlen in ganz Frankreich und machen Fortschritte, und Serr[aillier] erhält schon von verschiednen Seiten keine Antwort mehr, weil er eben nur als Privatmann schreiben kann. Wenn Ihr aus Rücksicht gegen Dereure, der seit dem Austritt der Blanquisten mehr als verdächtig, oder sonst welchen Rücksichten die Sache noch weiter aufschiebt, so geht uns Frankreich großenteils verloren, und auf dem nächsten Kongreß wird der Spieß umgekehrt.

In Eile.

Dein F. E.