[London] 15. August 1872
Sehr geehrter Herr,
Ich hoffe, Sie haben den ersten Teil der zweiten deutschen Auflage, die ich Ihnen vor einigen Tagen schickte, erhalten. Ich werde Ihnen auch die ersten 6 livraisons1 der französischen Ausgabe, die in einigen Tagen herauskommen, zusenden. Es ist notwendig, beide Ausgaben zu vergleichen, weil ich in der französischen Ausgabe hie und da Änderungen und Ergänzungen gemacht habe.
Ihren interessanten Brief habe ich erhalten und werde ihn in einigen Tagen beantworten. Ebenso erhielt ich das Manuskript und den Artikel aus dem „Westnik“.
Heute schreibe ich in aller Eile wegen einer besonderen, höchst dringlichen Angelegenheit. B[akuni]n hat im geheimen seit Jahren gearbeitet, um die Internationale zu unterminieren, und ist jetzt von uns so in die Enge getrieben worden, daß er endlich die Maske abwerfen und sich mit den von ihm geführten Dummköpfen öffentlich lossagen muß. Er ist es, der die N[etschaje]w-Affäre gemanaged hat. Diesem B[akunin] war seinerzeit die russische Übersetzung meines Buches übertragen worden. Er hat das Geld dafür im voraus bezogen, statt aber Arbeit zu liefern, hat er an den Ljubawin (dies ist, glaube ich, der Name), der die Sache im Namen des Verlegers mit ihm abgemacht hatte, einen ganz infamen und kompromittierlichen Brief geschrieben oder schreiben lassen. Es wäre von höchstem Wert für mich, würde mir dieser Brief unverzüglich zugestellt werden. Da es sich um eine rein geschäftliche Angelegenheit handelt und bei Verwendung des Briefes keine Namen genannt werden sollen, hoffe ich, daß Sie ihn mir verschaffen werden. Es ist aber keine Zeit zu verlieren. Wenn er geschickt wird, sollte er sofort geschickt werden, da ich Ende dieses Monats von London zum Haager Kongreß abreise.
Ihr sehr ergebener
A. Williams2
Aus dem Englischen.