199
Marx an Ludwig Kugelmann
in Hannover

[London] 9. Juli 1872

Lieber Kugelmann,

Meinen besten Dank für das Geschenk von £ 15 für Jennychen. Ich habe mich so auf den Hund gearbeitet, daß ich heute (in 2 Stunden) mit Engels London für 4–5 Tage verlasse und nach der See (Ramsgate) gehe. Nach meiner Rückkehr bis 2. September (wo der internationale Kongreß im Haag) habe ich die Hände übervoll zu tun, von da an aber bin ich wieder freier. Diese Freiheit beginnt aber erst Mitte September, da ich selbst nach dem Haag gehn werde.

Vielleicht können wir später uns sehn (d. h. Du mich, da ich in Deutschland nicht sicher wäre).

Adio.

Dein
Karl Marx

Sobald die ersten Lieferungen (sei es deutsch, sei es französisch) heraus, erhältst Du sie natürlich. Ich bin mit Meißner im höchsten Grad unzufrieden. Er hat mich an der Nase herumgeführt, mich erst überarbeitet durch die unvorbereitete und plötzliche Hast, mit der er die 2. Ausg. mir ankündigte (Ende November 1871), dann Monate verloren und die beste Zeit herumgehn lassen. Er ist ein fauler kleiner Philister.

Zur Strafe Meißners ist es ganz gut, wenn Du ihm schreibst, unter dem Vorwand, wissen zu wollen, wann endlich die „erste“ Lieferung erscheinen wird. Bei der Gelegenheit bemerkst Du dann ganz en passant, aus meinen letzten Briefen schiene Dir’s, daß ich sehr erbittert gegen Meißner sei und sehr unzufrieden mit ihm; woher das komme? Es sei das doch gegen meine gewohnte Manier! Der Kerl hat mich in der Tat sehr geärgert durch seine „kömmst Du heute nicht, kömmst Du morgen“-Manier.