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Marx an Wilhelm Liebknecht
in Leipzig

[London] 13.April 1871

Lieber Liebknecht,

Die 80 Taler kannst Du entweder für Deine Familie verwenden oder für das „Volksblatt“1. Beide sind „Verwundete“ des letzten Kriegs.

Das Freiligrathsche Gedicht habe ich nicht; es erschien 1852 aber auch im Cottaschen „Morgenblatt“, das Du vielleicht zu Leipzig auftreiben kannst.

Das Abdrucken aus der „Revue der Rh[einischen] Z[eitung]“ halte ich nicht für nützlich ohne Einleitungen, Zusätze etc., und dazu jetzt kaum die Zeit.

Engels läßt Dir sagen, daß sein Aufsatz in den „D[eu]tsch-F[ran]z[ö]-s[ischen] Jahrbüchern“2 nur noch historischen Wert hat, also nicht mehr paßt für praktische Propaganda. Du kannst dagegen aus dem „Kapital“ längere Sachen abdrucken, z.B. Auszüge aus dem Kapitel über die „Ursprüngliche Akkumulation“ etc.

Miquel war im Bund und machte sich als Bundesspeziallandrat sehr wichtig im Königreich Hannover. Das kannst Du drucken, nur laß meinen Namen aus dem Spiel, da ich ja – wenn nicht direkt durch M[i]q[uel] gezwungen – das „Geheimnis“ bewahren muß.

Heiß mich nicht reden, heiß mich schweigen,
Denn das Geheimnis ist mir Pflicht!

Das „K[ommunistische] Manifest“ kann natürlich nicht ohne neues Vorwort geschrieben werden. Engels und ich werden sehn, was in der Art zurechtzumachen.

Meinen besten Gruß an Deine liebe Frau.

Dein
K.M.