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Marx an Engels
in Ramsgate

[London] 29. August 73

Lieber Fred,

Serraillier war heut abend hier. Er hat sich sehr beklagt und war sehr schwankend mit Bezug auf sein Hingehn nach Genf. Abgesehn von Privatgründen, hatte er, wie er sagt, ursprünglich nur akzeptiert, weil er glaubte, wir gingen; er hat ferner erst jetzt das Mandat gelesen, dessen Sendung ihm 15 Tage vor dem Kongreß versprochen war, wie er sagt. Er finde jetzt darin Sachen, z.B. Vermehrung der powers des Councils1, die er weder persönlich, noch im Namen des Federal Council vertreten könne.

Aber all das ist nicht die Hauptsache. Der Federal Council hat einen Brief von Perret erhalten, woraus hervorgeht,

1. daß die Romand Federation die Machtvollkommenheiten annullieren will, die der Haager Kongreß dem General Council erteilt hat;

2. daß kein einziger von der romanischen Genfer Bande ein Mandat einer englischen Sektion annehmen will, außer Duval, und der nur unter den sub 1 konstatierten Bedingungen;

3. daß, wie Perret schreibt, keiner der Knoten dort auch nur eine Woche Zeit verlieren will – auf dem Kongreß, was Mandatsannahme erfordern würde.

Unter diesen Umständen bin ich positiv der Meinung, daß S[erraillier] besser nicht geht. Die Blamage fällt auf uns, nicht auf ihn, wenn er dort ist – unter diesen Umständen, die nicht vorherzusehn waren. Nach meiner Ansicht sollte er Brief schreiben mit Einlage der amerikanischen Geschichten und weiter erklären, daß Unwohlsein ihn verhindre, von den Mandaten, die er von New York, London etc. erhalten, Gebrauch zu machen; schließlich, daß er sich aus den in London erhaltnen Schreiben aus den Hauptländern des Kontinents überzeugt habe, daß unter den jetzigen Umständen in Frankreich, Deutschland, Östreich, Dänemark, Portugal etc. kein bona fide2 Kongreß möglich sei.

Telegraphiere gleich yes, wenn Du dieser Ansicht; no, wenn gegenteiliger. Ich wollte ohne Dein Vorwissen nichts Positives sagen.

Unter den Schweizer Verhältnissen, die man uns sorgfältig bis zur letzten Stunde verheimlicht hat, halte ich es für baren Unsinn, S[erraillier] zu schicken. Unsere absolute Abstinenz, die den Regierungen und der Bourgeoisie noch imponieren kann und wird – trotz dem Skandal, den die Zeitungen im Anfang schlagen werden –, va au diable3, wenn S[erraillier] unter diesen Umständen kommt.

Salut.

Dein
K.M.

Sorge schreibt noch (Du weißt das vielleicht schon), daß die Holländer ihnen mitgeteilt, daß sie auch den Jurakongreß beschicken werden, und verlangt, was Serraillier als ihr Mandatär ausdrücklich unterstützen soll, die Holländer nicht zu unsrem (!) Kongreß zuzulassen.

My compliments to Mrs.4