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Marx an seine Tochter Jenny
in London

[Manchester] 2. Juni 1869

My dear Emperor!

Das Ding unter dem Arm war kein Karbunkel, sondern eine andere Art von Abszeß, der mich sehr mitgenommen hat. Doch seit gestern heilt er schnell ab. Es war ein Glück, daß ich in Manchester war. Andernfalls hätte daraus eine unangenehme Sache werden können. Jetzt geht es mir wieder recht gut.

Ich hoffe, im Laufe der nächsten Woche bei Dir zu sein. Tussy wird wahrscheinlich ihren Aufenthalt in Manchester etwas verlängern. Nach der Beschränkung in Paris fühlt sie sich hier so frei wie ein flügge gewordener Vogel.

Ich hoffe, Leßners Abreise nach Brasilien ist noch nicht endgültig entschieden. Ich bedaure sehr, daß ich nichts für ihn tun kann. Mit Deiner gewohnten Gutmütigkeit scheinst Du Dich in dem endlosen Tête-à-tête am letzten Sonntag geopfert zu haben. Was Lafargues Zeitung betrifft, so fühle ich mich ziemlich unbehaglich. Einerseits möchte ich gern Blanqui entgegenkommen, andererseits erlauben meine anderen Arbeiten nicht, viel für sie zu tun, aber vor allem fürchte ich, der alte Lafargue könnte den Verdacht hegen, daß ich seinen Sohn vorzeitig in eine politische Tätigkeit dränge und ihn veranlasse, seine Berufsangelegenheiten zu vernachlässigen. Wie die Dinge liegen, hat er nicht viel Grund, sich über seine Beziehung zur Familie Marx zu freuen.1

Und jetzt, liebe By-Bye, auf Wiedersehn und viele Grüße an Euch alle.

Dein Verehrer
Old Nick

Aus dem Englischen.
Nach: Annali del’ Istituto Giangiacomo Feltrinelli. Milano 1958,
Anno Primo, p. 163.