London, 17. April 1868
Lieber Kugelmann,
Sie müssen mich für einen großen Verbrecher halten, daß ich erst so spät auf Ihrer lieben Frau und Ihren eigenen freundlichen Brief antworte. Die Sache ist aber einfach die. Die alten Blutrosen (um mich poetisch auszudrücken) haben mich mit solcher taktischen Geschicklichkeit angegriffen, daß ich die zum Schreiben nötige Positur nicht einnehmen konnte. Ich hätte zwar diktieren können. Aber Sie wissen, in solchen Fällen hofft man immer, am nächsten Morgen allright zu sein. Daher die Verschiebung. Daher auch jetzt nur diese wenigen Zeilen.
Wann ich nach Deutschland auf wenige Tage gehen werde, ist noch ganz unbestimmt, keinesfalls sehr bald. Jedenfalls komme ich zu einer Zeit, wo ich weiß, daß Sie nicht abwesend sind.
Mit Ihren Zeilen an Virchow haben Sie mir großen Dienst geleistet, obgleich ich zweifle, ob er die Geduld und Zeit hat, sich in ein ihm fernliegendes Thema einzuarbeiten. Ich weiß, daß es mir große Überwindung kostete, seine „Cellularpathologie“ in Manchester zu lesen, namentlich von wegen der Manier des Schreibens.
Die bisher erschienenen Nummern über mein Buch im „Social-Demokraten“ sind: Nr. 10 (22. Jan. 1868), Nr. 11 (24. Jan.), Nr. 12 (26. Jan.), Nr. 14 (31. Jan.), Nr. 15 (2. Febr.), Nr. 24 (23. Febr.), Nr. 25 (26. Febr.), Nr. 30 (8. März) und noch eine Nummer, die ich nicht vor mir habe, die aber nur Auszüge enthält.
Mit herzlichstem Gruß an Ihre liebe Frau und Fränzchen
Ihr
K. Marx
Meyer1 hat mich hier besucht.