Manchester, 14. April 69
Lieber Mohr,
Inl. den Solinger Brief zurück, der auch darin bezeichnend ist, daß er Liebkn[echt]s Renommage mit „Stiftung von Vereinen in Solingen und Bourscheid" aufklärt. Der Solinger war schon da und den Bourscheider stiften die Solinger.
Der Artikel über die kretische Insurrektion in der „Dipl[omatic Review]" ist das Beste, was seit langer Zeit darin gestanden, dito Urquharts Brief an Fuad Pascha. Aber wie immer wird die Quelle nicht angegeben über die Äußerung Brunnows in der griechischen Depesche, d.h., ob diese Depesche in einem der offiziellen Bücher steht, was nicht gut glaublich (es sei denn ein griechisches), oder durch Privatwege in Urquharts Hände gelangt. Dies wäre interessant zu wissen, im Fall man sie später zitiert. Die Äußerung stimmt ganz mit dem, was ich immer behauptete, daß Rußland keinen Krieg anfängt, ehe 2 Eisenbahnen nach dem Schwarzen Meer und dem Pruth fertig sind. Sie bauen jetzt wie toll und pumpen Geld wie verrückt – seit 3 Jahren ca. £ 47 000 000! Das sind großenteils die künftigen Kriegskosten.
Nach diesen Verhandlungen scheint Beust1 allerdings der österreichische Palmerston zu sein, und auch darin läge ein Moment, das zur Beschleunigung der Aktion triebe.
Schickt Dir Eichhoff jetzt keine „Soc[ial]-Dem[okraten]"? Es wäre doch höchst wichtig zu sehn, wie Schw[eitzer] sich jetzt in seinem eignen Blatt verhält.
Den Artikel über Lassalle in der „Fortnightly" wirst Du gelesen und gesehn haben, daß Du darin als der eigentliche Papa des Lassalleschen und sonstigen Sozialismus angesehn wirst. Wer ist dieser Ludlow, wenn man den Kerl dazu kriegen könnte, in der „Fortnightly" einen Artikel über Dein Buch2 zu schreiben, so wäre das immer besser als nichts. – Congreves
Antwort an Huxley ist das Dullste3 und Dummste und Verlegenste, was ich je gesehn habe; wenn das die höchste Weisheit der Comtisten ist, so können sie sich nur ohne weiteres begraben lassen.
Mein Auge darf ich noch immer nicht zu sehr anstrengen und fühle es heute wieder etwas, da ich gestern abend zuviel bei Licht gelesen; deswegen schließe ich. Von Tussy hatten wir Samstag einen sehr fidelen Brief.
Beste Grüße an Deine Frau und Jenny.
Dein
F. E.