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Marx an Engels
in Manchester

London, 23. Nov. 1868

Dear Fred,

Die first half1 heut morgen angekommen.
Einliegend 2 Briefe, one von Collet und der andre von Jones.

Was den Collet betrifft, so habe ich mir die Finger mit diesen verfluchten Urquhartiten verbrannt.2 Du weißt – wenigstens glaube ich Dir das geschrieben zu haben –, daß ich, aus bloßem Spaß am mischief-mongering3, ihnen neue Flöhe über den Peel Act von 1844 und dessen nützliche Wirkung für Rußland ins Ohr gesetzt. (Übrigens ist die Sache richtig within certain limits4.) Jetzt will Urquhart einen dieser Briefe mit meinem Namen in seiner next „Diplomatic Review“ drucken. Weigerte ich „meinen Namen“, so würde ich ihnen Mißtrauen einflößen. Ich bin also in for it5. Trost, daß kein Teufel die „Dipl[omatic] Rev[iew]“ liest (except a small clique6). Übrigens verbrennen sich ihrerseits die Urquhartiten die Finger. Um der Sache mehr Gewicht zu geben, wollen sie mich offenbar als Verfasser von „Das Kapital“ zitieren, was in ihren Augen abomination7, wenn sie es kennen.

Was den Ernest Jones betrifft, so finde ich ihn exceedingly cool8. Ich soll für ihn als electioneering agent9 (für Greenwich) auftreten! Ich habe ihm geantwortet, ich sehe keinen ghost of a chance10 für ihn:

1. sei Baxter Langley der lokale Kandidat, und weder Mill noch Beales could stand11 ohne seine permission12.

2. Der General Council der „International“ mische sich nicht in electioneering13. Keinenfalls könnten wir aber gegen B. Langley auftreten, da – dies ist faktisch – B. Langley und seine Sunday League seit dem Brüssler Kongreß ein Freundschaftskartell mit uns abgeschlossen haben. (Unsere Sitzungen finden in der Tat in ihrem Lokal statt.)

3. Er (Jones) sei gegenwärtig unpopulär in London (und dies ist der Fall). „Reynolds’s“ Articles: „Traitors in the Camp“ etc. hätten ihm geschadet.

Eben erhalte ich einliegenden Brief vom Sekretär des hiesigen Arbeiterbildungsvereins. Es geht daraus hervor, daß die von Paris und Deutschland importierten Lassalleaner, die in geheimer Verbindung mit Schweitzer stehn, Leßners durch die Krankheit seiner Frau veranlaßte Abwesenheit benützt haben, um von hier aus dem Schweitzer gegen die Nürnberger ein Vertrauensvotum zu erschleichen. Natürlich würde ich als bekanntes Mitglied des Vereins hierfür verantwortlich gemacht – und das scheint mir der Zweck der ganzen Operation. Ich schreibe also dem Speyer umgehend, mit Auseinandersetzung der Gründe, daß ich unter diesen Umständen meinen Austritt aus dem Verein anzeigen muß.

Dein
K.M.

Der verfluchte Schweitzer ist doch noch zu jung, um mich über den Löffel zu barbieren.