London, 4.Oktober 1868
Dear Fred,
In dem Paket, das Du gleichzeitig erhalten wirst, befinden sich:
1. Zwei Briefe von Eichhoff, der vergeßne und ein heute angekommner;
4. Manuskript und Brief von J.Dietzgen;
5. Brief des Russen Danielson aus Petersburg;
6. Brief von Leßner.
Nun, da die meisten dieser Briefe (die Du mit Ausnahme des Manuskripts zurückschicken mußt) eben erst ankommen, in aller Eile folgendes:
Ad Nr.5. Es freut mich natürlich außerordentlich, zu hören, daß mein Buch in russischer Übersetzung zu Petersburg erscheint. Ich schicke den Leuten sofort das Gewünschte (soweit ich kann) nach Rücksendung des Briefes Deinerseits.
Ad 4. Lies das Manuskript durch. Meine Ansicht ist, daß J. Dietzgen am besten tut, wenn er seine sämtlichen Gedanken in 2 Druckbogen zusammenfaßt und sie in seinem Namen als Gerber drucken läßt. Veröffentlicht er sie in dem Umfang, den er beabsichtigt, so blamiert er sich durch Mangel an dialektischer Entwicklung und Drehn im Kreise. Schreibe Deine Ansicht nach Durchlesung.
Ad 3. Zur Verständigung über Gaudissarts1 Brief kurz folgendes: Er wollte über die panslawistische demokratische Bewegung schreiben; ich gab ihm dazu Deine Aufsätze in „N[euer] Rh[einischer] Z[eitung]“ über Bakunin2. Sein Plan, mit Dir vor dem Publikum zu erscheinen, fabelhaft, aber es hat keine Eile damit, da er seine 25 Bogen noch lang nicht herausgedrechselt hat.
Zweitens hielt er gewissen brieflichen Verkehr, trotz meiner Warnung, mit Dr. Scheißer, alias Elard Biscamp, aufrecht. Jetzt, nachdem letztrer mich und Internationale direkt in „Weser-Zeitung“ und Augsburgerin angegriffen, beabsichtigt er, wie Du siehst, seinen letzten Briefwechsel mit Bisc[amp] bei Liebknecht zu veröffentlichen. Ce brave3 Gaudissart! In diesen Briefen tritt er als mein Patron auf und läßt sich von Biscamp schmeicheln. Ich schrieb ihm umgehend, ich müsse mit Händen und Füßen gegen derartiges protestieren. Zu größerer Sicherheit habe ich sofort an Liebknecht geschrieben, daß er unter keinen Umständen die Korrespondenz Borkheim-Biscamp drucken darf.
Ad 1 und 2. Ich habe Liebknecht für seine politische Übersicht ein entrefilet4 über den M.Hirsch (von wegen der „Internationalen“) geschickt, zugleich einige Hiebe gegen den Bisc[amp] als Korrespondenten der „Weser-Zeitung“ und Augsburger.
Ad 6. Die 100 £ (davon 35 £ about5 für Laura) habe ich zur Abzahlung des Dringendsten ausgegeben und nur so viel in der Hand behalten, als nötig ist, um nicht absolut entblößt zu sein. Ich habe ungefähr noch 100 £ Schulden und schicke Dir nächstens einen Zettel mit den Items6, damit Du siehst, daß keine nutzlosen Ausgaben meinerseits. Nun erhalte ich heute einliegenden Zettel von Leßner. Seine Frau ist todkrank, und es wäre mir lieb, wenn Du mich befähigtest, etwas ihm abzuzahlen.
In all haste.7
Dein
K.M.