[London] 13.August 1868
Dear Fred,
Ich hoffe, daß Dich diese Zeilen noch vor Deiner Abreise treffen, denn es ist periculum in mora1.
Erstens muß ich Geld nach Ramsgate schicken, damit sie noch eine Woche dableiben können. Da die Abreise sich noch Wochen nach Deiner letzten Sendung verzögerte, wurden kleinere Hausschulden abgetragen, andererseits mußte meine Frau Uhren und andre Dinge aus dem Pfandhaus nehmen, damit sie respectable am Badeplatz erscheinen konnten.
Zweitens, einer der épiciers2, der 6 £ und einige Schillinge zu bekommen hat, muß diese Woche noch gezahlt werden, da der Kerl seine Butike schließt.
Drittens habe ich bereits 2 summons3 erhalten für Queens taxes4 (an 8 £). Die local taxes5 sind, wie Du weißt, bezahlt. Diese Posten kann ich absolut nicht aufschieben.
Für zwei andre dringende Posten, der landlord6, der unglücklicherweise jetzt in London ist, und ein Wechsel von 12 £, am 25. dieses Monats zahlbar, erhalte ich vielleicht noch das Geld in der rechten Zeit von Deutschland.
An meine Vettern August und Karl Philips habe ich nach Amsterdam und Aachen geschrieben, um zu erfahren, ob sie zurück sind. Es wäre reine Geldverschwendung, des Pumps halber nach dem Kontinent zu gehn, bevor die Anwesenheit der Leute versichert ist.
Ich habe seit 8 Tagen kein Aug’ zugetan, und l’illustre Gaudissart Borkheim, der vorgestern mich zum Abschied besuchte, sagte, ich solle mir die Gelbsucht doch vom Hals schaffen. Er unterhielt mich zur Zerstreuung von den 1000 £, die er aus Oppenheim zu erpressen suche.
In aller Eile.
Dein
K.M.