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Engels an Marx
in London

Manchester, 28. Juni 1868

Lieber Mohr,

Du hast uns allen einen schweren Stein vom Herzen genommen durch Deinen gestrigen Brief. Vorgestern, und selbst gestern noch, war alles hier ganz gedrückt im Hause, heute sind sie wieder kreuzfidel, und mir ist auch ganz anders zumut.

Der Artikel ist fertig. Du hast recht, Sam1 ist der Mann, ihn zu unterschreiben. Ich werde ihm das heute sagen und ihm den Artikel zugleich zur Durchsicht und Annotation etwaiger Germanismen geben. Laß mich nur umgehend wissen, ob ich ihn noch einige Tage behalten kann, etwa bis Mittwoch abend, wo nicht, kann ich ihn Montag abschicken. Der zweite und Schlußartikel (der erste geht bis Schluß des absoluten Mehrwerts) kann dann auch bis Ende dieses fertig sein, da ich früher schwerlich von hier weggehe, so daß die beiden Artikel sich unmittelbar folgen. Zuerst werde ich der „Zukunft“ den Artikel über die preußische Militärmomenklatur schicken.

Salut, ô connétable de Saint Pancrace!2 Schaff Dir nur eine würdige Rüstung an, einen roten Schlafrock, weiße Schlafmütze, hinten niedergetretene Pantoffeln, weiße Unterhose, lange irdene Pfeife und pot de Porter3. Lafargue, als Dein Esquire4, kann sich selbst seine Uniform erfinden. Du siehst, der Pankratier Philister besteht darauf, daß Du Dich für das Gemeine opfern sollst. Und dieser jahrelangen, rührenden, sich durch nichts abschrecken lassenden Anhänglichkeit solltest Du fortwährend die kalte Negation des kiss my –5 entgegensetzen? Aber „so sind die Kommunisten“.

Grüße Jennychen herzlich von mir und sag ihr, ich möchte, da sie nun doch einmal das Fieber gehabt hat, sie wohl einmal haben phantasieren hören; es wird mehr Sinn und Poesie drin gewesen sein, als der dicke Freiligrath je entwickeln wird. Ditto beste Grüße an Deine Frau und die beiden Lafargues.

Dein F. E.