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Jenny Marx an Friedrich Engels
in Manchester

[London] Montag 1 Uhr [24.Dezember 1866]

Mein lieber Herr Engels,

Soeben kommt der Hamper1 an, und die Flaschen sind in Parade aufgestellt, der Rheinwein voran! Wie sollen wir Ihnen für alle Ihre Freundschaft danken! Die 10 £, die am Sonnabend ankamen, halten die rauhsten Stürme der Weihnachtszeit ab und lassen uns ein merry Christmas2 feiern. Der Wein war nun dieses Jahr besonders willkommen, da man bei dem jungen Frenchman3 im Hause gern die appearances4 aufrechthält.

Wenn der Buchhändler in Hamburg5 wirklich so schnell drucken kann als er sagt, so muß das Buch6 jedenfalls zu Ostern erscheinen. Es ist eine Freude, das Manuskript so hoch aufgespeichert und abgeschrieben daliegen zu sehen. Mir ist eine Riesenlast damit vom Herzen gewälzt; bleiben doch stets noch Lasten und Sorgen genug übrig, besonders wenn die Mädchen sich verlieben und verloben und gar mit Franzosen und medical students! Ich wünschte, ich könnte alles so couleur de rose7 sehn als die andern, aber die vielen langen Sorgen haben mich ängstlich gemacht, und ich sehe oft schwarz in die Zukunft, wo ein heitrer Geist alles rosig sieht. Cela entre nous.8

Noch einmal tausend Dank für den Hochheimer und Gefolge!

Ihre
Jenny Marx