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Jenny Marx an Friedrich Engels
in Manchester

[London, um den 29.November 1864]

Mein lieber Herr Engels,
Der arme Mohr hat wieder einen großen, sehr schmerzhaften Karbunkel. Er muß dabei liegen, und das Schreiben fällt ihm sehr schwer. Ich hoffe, daß wir in ein paar Tagen Herr über diesen ersten Ausbruch werden. Wie schrecklich, daß das jetzt wieder kommt. Sie glauben nicht, wie herrlich er im Zuge mit dem wirklichen Abschreiben des Buchs1 war. Es liegt schon ein ganzer schwerer Haufen zum Druck parat. Das zu anhaltende Sitzen und Schreiben bis tief, tief in die Nacht hinein und die damit verbundene Aufregung sind sicher schuld an dem neuen Ausbruch der Krankheit. Karl hofft, daß die Unterbrechung nicht lange dauern wird. Er will selbst versuchen, heute etwas zu schreiben. Er schickt Ihnen hierbei einen Brief von Wilhelmchen ebenso einen an Weydemeyer, dessen Adresse wir nicht wissen und den ich Sie bitte, besorgen zu wollen.2 Die Karten für die „International Society“3 kosten 1 sh. 1 d. Der Mohr meint aber, daß niemand Gentlemen hindern würde, 5–10 sh. zu geben.
Sein Sie, lieber Herr Engels, tausendmal von uns allen gegrüßt.

Ihre
Jenny Marx

Apropos. Endlich kamen ein paar Zeilen von unserm alten „Öhmchen“ Edgar4 an. Die Berliner scheinen sich anständig gegen ihn zu benehmen. Das Baby schreibt, man habe ihm Röcke, Hosen, Westen, Handschuhe, Zigarren und ein „Gesangbuch“ zu Weihnachten „beschenkt“. Der Doktor, den sie konsultiert haben, erklärte seine Krankheit für eine Herzkrankheit. Wenn die Ärzte nicht wissen, was sagen, muß immer die „allgemeine“ Herzkrankheit herhalten. Ich glaube, sein Leiden liegt vielmehr in Lunge und Hirn.