Manchester, 28.Nov. 1867
Lieber Hermann,
Entschuldige, daß ich Deine beiden Briefe so lange unbeantwortet gelassen. Viele Ursachen waren schuld daran, vor allen Dingen aber die Gewißheit, daß Garne vorderhand nicht steigen konnten und daher – bei Abwesenheit augenblicklichen Bedarfes bei Euch – keine Gefahr im Verzuge.
Die Sewings1, die wir gewöhnlich in feineren Nrn. gebleicht und gefärbt verschicken, dublieren2 wir selbst von denselben Cops3, die wir Euch auch schicken. (36/45 Taylor, feinere Nr. Knowles.) Wir können nun diese Cops hier für Euch von einem Doubler dublieren lassen, und die Sewings würden dann heute
| Nr.: | 36 | 40 | 50 | 60 | 70 | 80 |
| 19 d. | 191/2 d. | 2/1 | 2/7 | 2/11 | 3/3 kosten. |
Für Diamond 2 d. aber gebrauchen wir ein zwar auf den Doubling frame4 dubliertes aber loser gezwirntes Garn, das uns heute kostet:
| Nr.: | 36 | 40 | 50 | 60 | 70 | 80 |
| 18 d. | 181/2 d. | 20 d. | 2/1 | 2/3 | 2/5 |
Ein Muster hiervon in Nr. 60 liegt bei, doch habt Ihr auch bereits im Frühjahr d. J. Ballen Nr. 319, Faktura April 9, hiervon erhalten und könnt also vergleichen, ob Ihr diese billigere Ware brauchen könnt oder aber die teureren Garne mit wirklichem Sewing Twist5 haben müßt.
Hier glauben wir alle bei dem brillanten Stand der amerikanischen Ernte an Abschlag. In N[ew] Orleans ist Middling6 zu 61/2 d. free on board7 verkauft worden. Spinnen ist aber jetzt ein ganz miserables Geschäft, und so wird bei der ersten Besserung Garn möglicherweise stabil bleiben, selbst
wenn Baumwolle fällt. Feine Nr. werden sich am besten halten, die ordinary8 feinen Doubles9 sind bereits wohlfeiler als 1860 (16 d. gegen 18 d. für 60/rfold10). Die Dir umstehend gegebnen Preise sind ungefähr diejenigen, wie sie auch Ende 1859, Anfang 1860 in Geltung waren, der teurere 60er stellte sich damals auf 2 sh. 5 d., 40er auf 19 d., der billigere 60er war eher damals etwas teurer. Genau kann ich’s nicht vergleichen, wir brauchten damals nicht dieselben Gespinste.
Hier geht sonst alles seinen üblichen Gang. Von Zeit zu Zeit ein bißchen Krakeel, bald mit Anton, bald mit Gottfried11, sorgt dafür, daß die alte Liebe nicht rostet.
Zu meinem heutigen Geburtstag gratuliere ich mir in Euer aller Namen und grüße Euch alle herzlich. Den Brief der Mutter beantworte ich dieser Tage.
Dein
Friedrich