[London] 15. Febr. 1865
Mein lieber Le Lubez,
Der Erfolg unserer Gesellschaft mahnt uns zur Vorsicht. Meiner Meinung nach würde die Aufnahme des Herrn Beales in unseren Rat die ganze Sache verderben.1 Ich halte ihn für einen ehrlichen und wohlmeinenden Mann; trotzdem ist er und kann er nichts anderes sein als ein bourgeoiser Politiker. Er ist schwach, mittelmäßig und ehrgeizig. Bei der nächsten Parlamentswahl will er für Marylebone kandidieren. Schon allein diese Tatsache sollte seine Aufnahme in unser Komitee ausschließen. Wir dürfen nicht zum Sprungbrett kleinlichen parlamentarischen Ehrgeizes werden.
Sie können sicher sein, daß bei einer Zulassung von Beales le ton cordial, sincère et franc2, der unsere gegenwärtigen Debatten auszeichnet, verschwinden und Wortkrämerei Platz machen wird. Auf Beales wird Taylor folgen, dieser unerträgliche Flegel und Speichellecker.
In den Augen der Öffentlichkeit würde unsere Gesellschaft durch die Zulassung von Beales einen ganz anderen Charakter bekommen: wir würden zu einer der zahlreichen Gesellschaften, die er mit seiner Gönnerschaft beehrt. Wo er seinen Fuß hinsetzt, da werden andere seiner Klasse folgen, und unsere bisher so erfolgreichen Bemühungen, die englische Arbeiterbewegung von jeder Bevormundung der Mittelklasse oder der Aristokratie zu befreien, wären vergebens gewesen.
Ich weiß von vornherein, daß die Fragen, hauptsächlich sozialer Art, die sich nach einer Zulassung von Beales ergeben werden, ihn zwängen, zurückzutreten. Wir werden Manifeste über die Bodenfrage usw. vorzubereiten haben, die er nicht unterzeichnen kann. Ist es da nicht viel besser, ihn nicht erst aufzunehmen, anstatt ihm später Gelegenheit zu geben, sich von uns loszusagen?3
Ich weiß, daß es nach dem törichten Schritt des Herrn Dell4 mit dieser Kandidatur einige Schwierigkeiten geben wird.
Ich nehme an, daß die ganze Angelegenheit durch Gespräche mit den führenden englischen Mitgliedern in Ruhe geregelt werden könnte, bevor sie dem Komitee vorgelegt wird.
Brüderlich Ihr
K. Marx
Apropos. Bei all seiner Begeisterung für Polen hat Herr Beales bis heute nichts anderes getan, als unter der Führung des Duc...5 alle Kundgebungen für Polen durcheinandergebracht. Gestern hat er wiederum die gleiche Tour aus gleichen Motiven versucht.6
Nach: I. Tchernoff, „Le Parti républicain au coup d'état et sous le Second empire", Paris 1908, und einer Abschrift der französischen Übersetzung (von fremder Hand).
Aus dem Englischen und Französischen.